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Masken

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Reichlich kurios ist die Funktion höfischer Totenmasken im Frankreich des 14. bis 17. Jahrhunderts. Hier wurde aus Totenmaske, abgeformten Händen und einem Körper aus Stroh eine Puppe gebaut - die effigies. Die saß dann an Stelle des toten Königs auf dem Thron, und zwar bis zur Beerdigung. Erst danach wurde der neue Monarch gekrönt. War der König an einem Ort weit weg von Paris gestorben, konnten bis zur Grablegung Wochen vergehen. Weil aber der Thron nicht leer sein durfte - schließlich hätte das Land dann kein Oberhaupt gehabt -, musste die Puppe als König fungieren, gespenstisch um sie herum das vollständige Hofzeremoniell. Die Puppe ersetzte den König wirklich, sie sah ihm zum Verwechseln ähnlich. Immerhin war es für die Menschen der damaligen Zeit ausgemacht, dass jeder König zwei Körper hat: einen, der geboren wird und stirbt und einen zweiten, der unsterblich ist. Dieser zweite war der Staatskörper, die Institution König gewissermaßen. Als Wachspuppe blieb diese Institution auch über den physischen Tod des Königs hinaus erhalten - so lange, bis ein neuer Monarch den Platz wieder körperlich ausfüllen konnte.