Aber bitte mit Butter...
Viele Weihnachts-Leckereien sind richtige Kalorienbomben. So auch der Dresdner Christstollen - der besteht zur Hälfte aus Butter. Doch ohne die wäre er auch kein echter Stollen.Nur beste Zutaten gehören in den echten Dresdner Stollen - und mindestens fünfzig Prozent Butter.
Siegel für Qualität
Die Zutaten der sächsischen Köstlichkeit sind bekannt, ja sogar festgeschrieben vom Schutzverband Dresdner Stollen, der durch die Vergabe eines eigenen Siegels für die Qualität des Dresdner Exportschlagers bürgt. Beste Rohstoffe, natürliche Aromen und exotische Gewürze kommen in den Stollen - was der Bäcker jedoch über das Grundrezept hinaus in den Teig gibt, und wie er ihn schließlich verarbeitet, bleibt sein Geheimnis.
Ohne Rosinen
Kein Geheimnis ist, dass der Ur-Stollen ein fades, geschmackloses Fastengebäck war. Der so genannte Striezel, dessen Ursprung sich bis ins Jahr 1400 zurückverfolgen lässt, bestand nur aus Mehl, Wasser und etwas Öl. Von süßen Beigaben, wie etwa Rosinen oder Mandeln, konnten die Dresdner damals nur träumen. Und von Butter - in der Zeit des Adventfastens vor Weihnachten war deren Genuss nicht gestattet.
Mit Erlaubnis des Papstes
Dies, und damit auch der Stollen, schmeckte dem sächsischen Kurfürsten Ernst und
seinem Bruder Albrecht überhaupt nicht - weshalb sie sich 1450 an den Heiligen Vater in Rom wandten, damit dieser das Butterverbot aufhebe. Doch erst 1491 erlaubte Papst Innozenz VIII. den Dresdner Bäckern in einem als Butterbrief bekannt gewordenen Schreiben die Verwendung gehaltvollerer Zutaten.
Schon August der Starke (1670 bis 1733) fand Geschmack am Dresdner Stollen.
Von da an ging es nicht nur geschmacklich bergauf mit dem Dresdner Stollen. Ab etwa 1500 wurde er jedes Jahr vor Weihnachten auf dem nach ihm benannten Striezelmarkt verkauft und die sächsischen Kurfürsten ließen sich zum heiligen Fest Christstollen von bis zu 36 Pfund Gewicht liefern. Auch August der Starke fand Geschmack am traditionsreichen Gebäck: 1730 ließ er vom Dresdner Bäckermeister Zacharias einen 1,8 Tonnen schweren Riesenstollen backen, den er den zwanzigtausend Gästen seines Zeithainer Lustlagers servierte.
Striezel für alle
Auf diesem Ereignis basiert das alljährlich im Dezember gefeierte Dresdner Stollenfest. Hier zelebrieren die Elbstädter ihr traditionsreiches Gebäck. Auf das können sie auch stolz sein: Seit Mitte des Zwanzigsten Jahrhunderts exportieren die Dresdner bereits ihren Striezel in alle Welt. Und auch die Stiftung Warentest bescheinigte dem Dresdner Stollen, zu den Besten im Supermarktregal zu gehören.
Ulrike Wolf (22.11.2005/aktualisiert 11.12.2009)
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Kulinarischer Leckerbissen
Der Dresdner Stollen ist nur eine Variante des Christstollens, wenn auch die traditionsreichste. Ursprünglich kam das Gebäck aus den Backstuben der Klöster und mittelalterlichen Innungen. Erstmals namentlich erwähnt wurde der Christstollen um 1330 in Naumburg an der Saale, wo er als Fastenbrot in der Adventszeit bekannt war. Das brotähnliche Gebäck bestand ursprünglich ausschließlich aus Hafer, Mehl und Wasser - es war trocken und schmeckte ziemlich fade. Erst nach Aufhebung des "Butterverbots" Mitte des 15. Jahrhunderts wurde der Stollen langsam zum kulinarischen Leckerbissen. Neben dem klassischen Christstollen kennen wir heute auch Mandelstollen, Butterstollen, Marzipanstollen, Mohnstollen, Nuss-Stollen und Quarkstollen. Eine weitere Variante des Christstollens ist das Schittchen, wie es in Erfurt und Umgebung bekannt ist.
Der Dresdner Stollen ist nur eine Variante des Christstollens, wenn auch die traditionsreichste. Ursprünglich kam das Gebäck aus den Backstuben der Klöster und mittelalterlichen Innungen. Erstmals namentlich erwähnt wurde der Christstollen um 1330 in Naumburg an der Saale, wo er als Fastenbrot in der Adventszeit bekannt war. Das brotähnliche Gebäck bestand ursprünglich ausschließlich aus Hafer, Mehl und Wasser - es war trocken und schmeckte ziemlich fade. Erst nach Aufhebung des "Butterverbots" Mitte des 15. Jahrhunderts wurde der Stollen langsam zum kulinarischen Leckerbissen. Neben dem klassischen Christstollen kennen wir heute auch Mandelstollen, Butterstollen, Marzipanstollen, Mohnstollen, Nuss-Stollen und Quarkstollen. Eine weitere Variante des Christstollens ist das Schittchen, wie es in Erfurt und Umgebung bekannt ist.



