Foto-Suggestion
Mehr denn je muss sich die Fotografie durch die technischen Möglichkeiten mit dem Vorwurf der Fälschung und Manipulation auseinandersetzen. Dabei sind solche Täuschungen so alt wie das Verfahren selbst.Frühe Manipulation: Hippolyte Bayards (1807 bis 1887) Selbstporträt als Toter aus dem Jahr 1840.
Protestaktion
Den Frust darüber brachte der verkannte Erfinder auf professionelle Weise zum Ausdruck: Vor der Kamera posierte Bayard als Ertrunkener. Zusammen mit einem ziemlich wehleidigen Text ("Die Regierung, die gegenüber Herrn Daguerre nur zu großzügig gewesen war, sagte, sie könne für Herrn Bayard nichts tun und der arme Tropf ertränkte sich.") veröffentlichte er das Bild - als Protest gegen seine Missachtung durch die Akademie.
Klagelied vom "Ende der Fotografie"
Fälschungen von Fotos sind keine Erfindung des digitalen Zeitalters, wie heute oft behauptet wird. Seit den Anfängen war Manipulation per Bild gang und gäbe, wurden die propagandistischen Möglichkeiten des neuen Mediums erkannt und genutzt. Was also soll das Klagelied vom "Ende der Fotografie", vom angeblichen Verlust jeglicher Beweiskraft, Glaubwürdigkeit und Authentizität?
Selbstzeugnisse der Natur?
Dass fotografische Bilder derartige Eigenschaften jemals besessen hätten, ist eine naive Vorstellung, die sich schon im 19. Jahrhundert, zu der Zeit, als das Medium noch in den Kinderschuhen steckte, manifestierte: Mit Fotos, so Wunsch und Glaube zugleich, ließe sich die Realität naturgetreu wiedergeben. Aus diesem Grund
Auch analoge Bilder und Negative kann man bearbeiten - etwa mittels Skalpell.
Zeugen der Realität
Der der naive wie unbeirrbare Glaube an die Objektivität des fotografischen Bildes verlieh ihm im Zwanzigsten Jahrhundert den Status des Dokumentationsmediums. Bilder galten als Zeugen, als Dokumente eines Zustands der Realität. Damit hat die Fotografie das Sehen dogmatisiert: "So und nicht anders war es. Das Bild ist der Beweis!" ...
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Photographie...
stammt aus dem Griechischen und bedeutet "Schrift des Lichts". Der Begriff verweist auf den tatsächlichen Prozess: Licht wird von der Oberfläche des Objekts reflektiert und ruft auf beschichtetem Material eine chemische Reaktion hervor - das Licht "schreibt" etwas auf die Silberhalogenidschicht des Films. Die Natur selbst scheint ihr Abbild zu erzeugen.
Allerdings steht eine derartige authentische Wiedergabe der Natur, der "Wirklichkeit", nie zwangsläufig für Objektivität. Schon die Wahl des Standorts der Kamera, der Perspektive, ist ein zutiefst subjektiver Vorgang. Weitere Faktoren, wie der gewählte Ausschnitt aus Raum und Zeit, die Reduktion von drei auf zwei Dimensionen sowie der gezielte Einsatz des Lichts, trennen das fotografische Abbild vom Objekt.
stammt aus dem Griechischen und bedeutet "Schrift des Lichts". Der Begriff verweist auf den tatsächlichen Prozess: Licht wird von der Oberfläche des Objekts reflektiert und ruft auf beschichtetem Material eine chemische Reaktion hervor - das Licht "schreibt" etwas auf die Silberhalogenidschicht des Films. Die Natur selbst scheint ihr Abbild zu erzeugen.
Allerdings steht eine derartige authentische Wiedergabe der Natur, der "Wirklichkeit", nie zwangsläufig für Objektivität. Schon die Wahl des Standorts der Kamera, der Perspektive, ist ein zutiefst subjektiver Vorgang. Weitere Faktoren, wie der gewählte Ausschnitt aus Raum und Zeit, die Reduktion von drei auf zwei Dimensionen sowie der gezielte Einsatz des Lichts, trennen das fotografische Abbild vom Objekt.



