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Mauritius

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Mauritius
Schon arabische und malaiische Seefahrer im 10. Jahrhundert kannten das unbewohnte Eiland neunhundert Kilometer östlich von Madagaskar. Die Portugiesen entdeckten es Anfang des 16. Jahrhunderts neu, doch es waren die Niederländer, die die Insel 1598 in Besitz nahmen und sie nach ihrem Prinzen Moritz von Oranien benannten.

Zyklone, Dürren und Krankheiten machten den Siedlern das Leben schwer, und so gaben die Niederländer die Insel 1710 wieder auf. Die Baumbestände waren da vernichtet und die Tierwelt dezimiert. Der Dodo, eine Taubenart, die lediglich auf Mauritius vorkam, war bereits 1690 ausgestorben.

Nach einem fünfjährigen Piraten-Intermezzo übernahmen 1715 die Franzosen die Insel. Sie bauten die Hauptstadt Port Louis aus und verwandelten das Eiland in eine "Zuckerfabrik": Zuckerplantagen machen bis heute den Großteil des Ackerlandes aus. 1810 besetzten die Briten Mauritius und verleibten es dem Empire ein.

Kultur und Sprache blieben französisch geprägt, da Großbritannien keine Siedler schickte, sondern an der Insel lediglich als Anlaufpunkt für seine Schiffe interessiert war. Nach dem Ende der Sklaverei kamen mehrere hunderttausend Schuldknechte, fast alle aus Indien, nach Mauritius und stellten ab etwa 1860 die Bevölkerungsmehrheit. 1968 wurde die Insel unabhängig und ist seit 1992 eine Republik.

Von den mehr als 1,2 Millionen Mauritiern, die auf einer Fläche kleiner als das Saarland leben, sind 68 Prozent indischer Abstammung; daneben gibt es Kreolen (also Nachfahren von Afrikanern und Europäern) sowie eine weiße und eine chinesische Minderheit. Amtssprache ist Englisch. Im Alltag jedoch dominiert die auf dem Französischen basierende Kreolsprache Morisyen.

Die Hälfte der Mauritier sind Hindus, ein Drittel sind Christen und etwas weniger als ein Fünftel Muslime. Noch immer ist der Zuckeranbau ein wichtiger Wirtschaftszweig. Daneben haben sich die Textilindustrie und der Tourismus als verlässliche - weil weniger von Weltmarktpreisen abhängige - Standbeine entwickelt. Jährlich besuchen fast eine Million Touristen die Insel.