Bewältigte Krisen
Das verbindet fast jeder mit diesem Land: ein umfassendes System sozialer Fürsorge - das Schwedische Modell. Nach einer ökonomischen Krise zu Beginn der 1990er Jahre hat Schweden den Sozialstaat umgestaltet.1996 bis 2006 war Göran Persson (Mitte) schwedischer Premierminister - hier 2001 mit George W. Bush und Romano Prodi.
Ideal der Gerechtigkeit
"Musternation" raunt der ein oder andere ehrfürchtig, wenn von Schweden die Rede ist - das "Schwedische Modell", der Wohlfahrtsstaat. Die Einheimischen nennen es liebevoll folkhemmet ("Volksheim"). Jenes Volksheim, Metapher für die gerechte und gute Gesellschaft und zugleich Konzept für eine spezifische politische und soziale Ordnung, wurde in den 1920er Jahren durch den sozialdemokratischen Politiker Per Albin Hansson populär - und gilt als Reaktion auf den politischen und sozialen Wandel seit Mitte des 19. Jahrhunderts.
Armut und Emigration
Die Industrialisierung des Landes erfolgte erst relativ spät - um 1890. Noch bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts war Schweden trotz Eisenbahnbau und aufkommender Holzindustrie ein armes Land - neunzig Prozent der Bevölkerung lebten mehr schlecht als recht von der Landwirtschaft. Um der Armut zu entfliehen, emigrierten bis 1930 etwa 1,5 Millionen Menschen vorwiegend nach Nordamerika. Die industrielle Revolution verlief langsam und dennoch insgesamt erfolgreich. Ihre Grundlage bildeten vor allem Naturreichtümer und Bodenschätze wie Holz, Wasserkraft, Eisenerz, Uran, Kupfer, Blei und Zink. Das versetzte den schwedischen Staat in die Lage, erste soziale Aktivitäten zu starten - um Menschen im Land zu halten.
Vorsichtige Expansion
Schweden und Deutschland waren die europäischen Länder, die sich am schnellsten aus der Depression der 1930er Jahre wanden. Beide schritten staatlicherseits ein, um die Wirtschaft zu beleben - Deutschland durch Arbeitsbeschaffung, Staatsverschuldung und militärische Aufrüstung, Schweden mittels einer vorsichtig expansiven Wirtschaftspolitik. Diese neue ökonomische Strategie beruhte auf Theorien von John Maynard Keynes und der Stockholmer Schule mit Wirtschaftswissenschaftlern wie Gunnar Myrdal, Bertil Ohlin und Erik Lundberg. Ihre Lehre: die Produktion kann kontinuierlich wachsen, wenn der Staat zum Beispiel durch Sozialleistungen während Konjunkturflauten Kaufkraft injiziert.
Ein politisches Projekt
Vorangetrieben von der Sozialdemokratischen Partei, die 1932 für viele Jahrzehnte die Regierung übernahm, avancierte der Wohlfahrtsstaat zum politischen Projekt. Durch stetiges Industriewachstum und den damit verbundenem Wohlstand konnte Schweden über hohe Steuersätze ein Sozialsystem finanzieren, das allen Einwohnern einen Mindestwohlstand sicherte. Das bedeutete allgemeines Kindergeld, später Elternversicherung, öffentliche Kinderbetreuung und andere soziale Dienstleistungen mit der daraus resultierenden hohen Beschäftigungsrate für Frauen...
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Rund 9,42 Millionen Menschen...
leben in Schweden. Hauptstadt ist Stockholm mit 795.000 Einwohnern. Im Westen grenzt das Land an Norwegen, im Nordosten an Finnland, im Osten an die Ostsee und im Süden und Südosten an Skagerrak und Kattegat. Mehr als zweihunderttausend Inseln gehören zu Schweden; die zwei größten, Gotland und Öland, liegen in der Ostsee.
Während weite Teile des Landes flach bis hügelig sind, steigen entlang der norwegischen Grenze die Gebirgsmassive der Skanden bis auf über zweitausend Meter an. Die Hälfte des Landes ist bewaldet; der schwedische Teil Lapplands im Norden des Landes ist bergig und erstreckt sich über den Polarkreis hinaus. Schweden wird in drei Regionen eingeteilt: Götaland, Svealand und Norrland. Die vierte historische Region war bis 1809 Österland - das heutige Finnland.
Gegliedert ist das Königreich in 21 Provinzen. Kommunale Selbstverwaltung gibt es auf zwei Ebenen: einerseits in 290 Gemeinden, andererseits in den Provinziallandtagen. Gemeinden widmen sich kommunalen Aufgaben wie Schulwesen und soziale Dienstleistungen. Provinziallandtage sind zuständig für Verkehrs- und Gesundheitswesen sowie regionale Kultur und Wirtschaftsförderung.
leben in Schweden. Hauptstadt ist Stockholm mit 795.000 Einwohnern. Im Westen grenzt das Land an Norwegen, im Nordosten an Finnland, im Osten an die Ostsee und im Süden und Südosten an Skagerrak und Kattegat. Mehr als zweihunderttausend Inseln gehören zu Schweden; die zwei größten, Gotland und Öland, liegen in der Ostsee.
Während weite Teile des Landes flach bis hügelig sind, steigen entlang der norwegischen Grenze die Gebirgsmassive der Skanden bis auf über zweitausend Meter an. Die Hälfte des Landes ist bewaldet; der schwedische Teil Lapplands im Norden des Landes ist bergig und erstreckt sich über den Polarkreis hinaus. Schweden wird in drei Regionen eingeteilt: Götaland, Svealand und Norrland. Die vierte historische Region war bis 1809 Österland - das heutige Finnland.
Gegliedert ist das Königreich in 21 Provinzen. Kommunale Selbstverwaltung gibt es auf zwei Ebenen: einerseits in 290 Gemeinden, andererseits in den Provinziallandtagen. Gemeinden widmen sich kommunalen Aufgaben wie Schulwesen und soziale Dienstleistungen. Provinziallandtage sind zuständig für Verkehrs- und Gesundheitswesen sowie regionale Kultur und Wirtschaftsförderung.




