Grande Dame
Weltweit kennen und lieben Kinder die Geschichten von Astrid Lindgren (1907 bis 2002), rund 140 Millionen Mal verkauften sich ihre Bücher. Was war das Erfolgsgeheimnis der schwedischen Autorin?"Erzähl mir was von Pippi Langstrumpf!", sagt die kleine Tochter. Der verrückte Name war ihr gerade eingefallen und Mutter beginnt nun, eine verrückte Geschichte zu erzählen: vom neunjährigen Mädchen mit roten Zöpfen und Bärenkräften, das mit einem Affen und einem Pferd allein in einer Villa lebt.
Beginn einer Weltkarriere
Dass nicht nur ihre eigene Tochter, sondern Millionen Kinder weltweit Astrid Lindgrens Geschichten zu hören bekommen, ist dem Stockholmer Wetter zu verdanken: Im Winter 1944 rutscht die Noch-nicht-Autorin bei Glatteis aus, verstaucht sich den Fuß, muss eine Woche im Bett liegen - und macht sich während dieser Zeit daran, all die Geschichten aufzuschreiben, die sie ihrer Tochter über Pippi Langstrumpf erzählt hat. Und so beginnt die Karriere der wohl bekanntesten Kinderbuchautorin überhaupt, deren Werke bis heute in 91 Sprachen übersetzt und mehr als 140 Millionen Mal verkauft wurden.
Das Geheimnis ihres Erfolgs
Aber was ist das Geheimnis ihres Erfolges, warum sind Figuren wie Pippi Langstrumpf, Michel aus Lönneberga, Krümel Löwenherz, Madita, Ronja Räubertochter (und wie sie alle heißen) rund um den Globus so beliebt? "Es ist überhaupt nicht nötig, eigene Kinder zu haben, um Kinderbücher schreiben zu können", erklärte die Autorin einst. "Man muss nur einfach selbst Kind gewesen sein - und sich daran erinnern, wie das war."
Und sich erinnern, das tat Astrid Lindgren oft und gerne: Mit drei Geschwistern wuchs sie auf, auf einem Bauernhof in Näs bei Vimmerby, im südschwedischen Småland. "Freiheit und Geborgenheit" habe sie erfahren als Kind; das Landleben und die Liebe der Eltern zueinander und zu den Kindern prägten sie fürs Leben. In den Bullerbü-Büchern hat sie diese Idylle später aufgegriffen.
Die Lagerlöf von Vimmerby
Astrids Talent zu schreiben zeigte sich früh, in der Schule fiel sie durch gute Aufsätze auf und man nannte sie scherzhaft die "Selma Lagerlöf von Vimmerby". Sie selber ärgerte sich über den Vergleich mit der Literaturnobelpreisträgerin von 1909 - und fasste den Entschluss, niemals und auf keinen Fall zu schreiben.
Dass sie eine eigensinnige und selbstbewusste Frau werden würde, zeigte sie auch bei anderen Gelegenheiten: In den Zwanziger Jahren ließ sie sich die Haare kurz schneiden und erregte damit allerhand Aufsehen in der südschwedischen Provinz.
Schwanger mit neunzehn
Nach der Schule begann Astrid ein Volontariat bei der Lokalzeitung, las Korrektur und schrieb kleine Reportagen. Mit neunzehn Jahren wurde sie schwanger, jedoch ohne Trauschein - ein Skandal. Um Demütigungen zu entgehen, aber auch, um eigenständig und unabhängig zu bleiben, verließ sie die heimatliche Idylle.
In Kopenhagen brachte die junge Frau einen Sohn zur Welt, musste ihn aber bei Pflegeeltern lassen, während sie in Stockholm eine Ausbildung zur Sekretärin machte. Es waren Jahre der Einsamkeit und Armut für Astrid, und diese Erfahrungen lassen ihre traurigen Figuren, wie den Jungen Bo Vilhelm Olsson, der nachts allein auf einer Parkbank sitzt, so glaubwürdig erscheinen. Anfang der 1930er endlich konnte sie Sohn Lars zu sich nehmen, sie heiratete den Bürovorsteher Sture Lindgren und bekam Tochter Karin.
Einsame Jahre
1944 schließlich fertigt Astrid Lindgren das Manuskript zu Pippi Langstrumpf und bringt im folgenden Jahr eine überarbeitete Fassung beim Verlag Rabén & Sjögren unter. Hier tritt sie 1947 eine Stelle als Lektorin an - von nun an schreibt sie vormittags und arbeitet nachmittags im Verlag.
Starke, eigensinnige Figuren
Schnell erwirbt sich Astrid Lindgren Ruhm mit ihren Büchern - bei Lesern und Kritikern. Die Herangehensweise der Autorin ist sozialkritisch, nicht sozialpädagogisch: statt den Zeigefinger zu erheben, scheint sie ihren Lesern zuzuzwinkern. Lindgrens Charaktere beschreibt die Literaturwissenschaftlerin Astrid Surmatz als "starke, eigensinnige Kinderfiguren, die sich sehr wohl in der Erwachsenenwelt zu behaupten wissen und diese Welt ganz gern einmal auf den Kopf stellen." ...
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Infobox
Astrid Anna Emilia Ericsson...
kommt am 14. November 1907 als zweites Kind der Bauern Samuel August und Hanna auf die Welt. Mit ihren Geschwistern Gunnar, Stina und Ingegerd verlebt Astrid eine glückliche Kindheit.
1926 wird Sohn Lars geboren, der zunächst bei Pflegeeltern in Kopenhagen lebt. Astrid macht in Stockholm eine Ausbildung zur Sekretärin und lernt Sture Lindgren kennen. Die beiden heiraten 1931. 1934 wird Tochter Karin geboren.
Astrid Lindgrens erstes Buch erscheint 1945; in den folgenden Jahrzehnten veröffentlicht sie über siebzig Kinderbücher, Drehbücher und Theaterstücke, engagiert sich außerdem für die Rechte der Kinder, für den Tierschutz und gegen Atomkraft.
Für ihr Schaffen erhält die Autorin zahlreiche Literaturpreise, darunter 1950 die Nils-Holgersson-Plakette, 1958 die Hans-Christian-Andersen-Medaille und 1978 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Ihr gesellschaftliches Engagement bringt ihr 1994 den Right Livelihood Award, den Alternativen Nobelpreis, ein.
1999 wählen ihre Landsleute sie zur "Schwedin des Jahrhunderts". Astrid Lindgren stirbt 94-jährig am 28. Januar 2002 in ihrer Stockholmer Wohnung, in der sie mehr als sechzig Jahre gelebt hat.
kommt am 14. November 1907 als zweites Kind der Bauern Samuel August und Hanna auf die Welt. Mit ihren Geschwistern Gunnar, Stina und Ingegerd verlebt Astrid eine glückliche Kindheit.
1926 wird Sohn Lars geboren, der zunächst bei Pflegeeltern in Kopenhagen lebt. Astrid macht in Stockholm eine Ausbildung zur Sekretärin und lernt Sture Lindgren kennen. Die beiden heiraten 1931. 1934 wird Tochter Karin geboren.
Astrid Lindgrens erstes Buch erscheint 1945; in den folgenden Jahrzehnten veröffentlicht sie über siebzig Kinderbücher, Drehbücher und Theaterstücke, engagiert sich außerdem für die Rechte der Kinder, für den Tierschutz und gegen Atomkraft.
Für ihr Schaffen erhält die Autorin zahlreiche Literaturpreise, darunter 1950 die Nils-Holgersson-Plakette, 1958 die Hans-Christian-Andersen-Medaille und 1978 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Ihr gesellschaftliches Engagement bringt ihr 1994 den Right Livelihood Award, den Alternativen Nobelpreis, ein.
1999 wählen ihre Landsleute sie zur "Schwedin des Jahrhunderts". Astrid Lindgren stirbt 94-jährig am 28. Januar 2002 in ihrer Stockholmer Wohnung, in der sie mehr als sechzig Jahre gelebt hat.





