Während der Apartheid verbannte die burische Regierung Schwarze, Farbige und Asiaten in eigene Wohnviertel, so genannte Townships. (Bild: Matt-80)
Modell einer Versöhnung
Hütten aus Wellblech, Pappe und Holz: Khayelitsha, was "neue Heimat" heißt, ist eines der ärmsten Townships in der Umgebung von Kapstadt. Das abgelegene Stadtviertel für Schwarze entstand unter dem Apartheid-Regime auf einer ehemaligen Müllhalde. Strom und Wasser gibt es nicht. Mehr als 1,5 Millionen Menschen leben dort. Neunzig Prozent von ihnen sind schwarz. Heute sind hier auch Weiße anzutreffen - nicht als Bewohner, sondern als Touristen.Synonym für Diskriminierung
Apartheid, das Afrikaans-Wort für "Trennung", bezeichnet die ab 1948 verfolgte Politik der burischen Minderheit gegenüber der nichtweißen Bevölkerung Südafrikas: Schwarze, Farbige und Asiaten mussten von den Weißen getrennt in eigenen Gebieten wohnen. Die Regierung richtete geteilte Schulen ein. Wahlrecht gab es nur für Weiße. Die damit verbundenen Verletzungen von Menschenrechten nahmen derartige Ausmaße an, dass die Apartheid weltweit Synonym für staatlich betriebene Rassendiskriminierung geworden ist.
Täter und Opfer
Bereits 1966 entlarvten die Vereinten Nationen die gesetzlich vorgeschriebene Rassentrennung als Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Noch dreißig Jahre dauerte es, bis die Apartheid in Südafrika endlich abgeschafft war. Doch wie geht ein Land mit Tätern und Opfern um, wenn jahrzehntelanges Unrecht gesühnt werden soll, das große Ziel aber die nationale Aussöhnung bleibt? Die politischen Führer Südafrikas haben dafür einen eigenen Weg gefunden: Als Präsident Frederic Willem de Klerk Anfang 1990 die Freilassung des seit 27 Jahren inhaftierten Nelson Mandelas veranlasste, war er sich bewusst, seinem Nachfolger gegenüber zu stehen. Wirtschaftliche Interessen, Druck von internationaler Seite und der Kampf der Widerstandsbewegung hatten das Apartheid-System seit Anfang der 1970er Jahre mehr und mehr zerrüttet. Ein politischer Wandel war unvermeidbar und so begann die Regierung sich selbst zu entmachten.
Symbol Mandela
De Klerk war seit 1989 Präsident der Republik Südafrika. Schon ein Jahr nach seinem Amtsantritt hob er wesentliche Gesetze zur Rassendiskriminierung auf und schuf eine Opposition. Schritt für Schritt verschwand die Apartheid aus der Verfassung. De Klerk legalisierte die seit 1960 verbotenen Widerstandsparteien African National Congress (ANC) sowie Pan African Congress (PAN). Innerhalb von drei Jahren handelten die regierende National Party (NP) unter De Klerk und der ANC, unter dem zum Symbol gewordenen Mandela, eine Übergangsverfassung aus, die am 27. April 1994 in Kraft trat. Das Gesetzeswerk befasste sich auch mit der Verfolgung staatlich gebilligter Straftaten. In zuvor geführten Gesprächen schlug die NP eine Generalamnestie vor, der ANC sprach sich für "Nürnberger Prozesse" aus. Schließlich bestand der in letzter Minute vereinbarte Kompromiss aus einer Amnestieklausel, deren exakte Regelungen noch zu klären waren.
Erzbischof Desmond Tutu (geboren 1931) ist Initiator und Symbol des friedlichen Wandels.
Nach den ersten freien Wahlen im Mai 1994 griff der ANC, insbesondere der damalige Justizminister Dullah Omar, diese Klausel auf und entwickelte das Konzept der Wahrheits- und Versöhnungskommission (Truth and Reconciliation Commitee, TRC). Diese Kommission arbeitete von 1996 bis 1998 auf Grundlage des Gesetzes zur Förderung der nationalen Einheit und Versöhnung. Die Idee der Institution formulierte ihr Vorsitzender, Erzbischof Desmond Tutu: "Wahre Versöhnung kann nicht auf Lügen basieren." Die Bewältigung der Vergangenheit des Landes sollte nicht durch kollektive Verdrängung gekennzeichnet sein. Das TRC etablierte einen Dialog, der vor allem bei Opfern und Hinterbliebenen für Klarheit sorgen sollte...
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Die Republik Südafrika ist ein Staat an der Südspitze des afrikanischen Kontinents. Hauptstadt ist die Zwei-Millionenstadt Pretoria. Auch Kapstadt, wo das Parlament sitzt, und Bloemfontein, wo das oberste Berufungsgericht tagt, haben Hauptstadtfunktionen. Auf den 1.219.912 Quadratkilometern der Republik Südafrika leben etwa 45 Millionen Menschen. Begrenzt wird das Land im Süden und Südosten durch den Indischen Ozean, im Westen durch den Atlantik. Im Norden grenzt die Republik an Namibia, Botsuana, Simbabwe, Mosambik und Swasiland.
Südafrika ist reich an Bodenschätzen wie Gold, Diamanten, Kohle, Platin, Chrom und Eisenerz. Lange Zeit galt der Staat als Wirtschaftswunderland: Über ein Jahrzehnt wuchs die Wirtschaft Südafrikas um bis zu fünf Prozent pro Jahr. 2008 ging das Wachstum auf drei Prozent zurück, 2009 schrumpfte die Wirtschaft sogar um etwa zwei Prozent. Ursachen sind sinkende Exporte und nachlassende Inlandsnachfrage.
Auch zwei Jahrzehnte nach Ende der Apartheid lebt die Mehrheit der Schwarzen, Farbigen und Asiaten in Townships. Dort kam es 2008 zu erheblichen, fremdenfeindlichen Übergriffen, denen mindestens 22 Zuwanderer und Flüchtlinge zum Opfer fielen. Gewalt und Kriminalität sind in Südafrika ein großes Problem. Die afrikanische Republik gilt weltweit als das gewalttätigste Land, das sich nicht im Krieg befindet.
Südafrika ist reich an Bodenschätzen wie Gold, Diamanten, Kohle, Platin, Chrom und Eisenerz. Lange Zeit galt der Staat als Wirtschaftswunderland: Über ein Jahrzehnt wuchs die Wirtschaft Südafrikas um bis zu fünf Prozent pro Jahr. 2008 ging das Wachstum auf drei Prozent zurück, 2009 schrumpfte die Wirtschaft sogar um etwa zwei Prozent. Ursachen sind sinkende Exporte und nachlassende Inlandsnachfrage.
Auch zwei Jahrzehnte nach Ende der Apartheid lebt die Mehrheit der Schwarzen, Farbigen und Asiaten in Townships. Dort kam es 2008 zu erheblichen, fremdenfeindlichen Übergriffen, denen mindestens 22 Zuwanderer und Flüchtlinge zum Opfer fielen. Gewalt und Kriminalität sind in Südafrika ein großes Problem. Die afrikanische Republik gilt weltweit als das gewalttätigste Land, das sich nicht im Krieg befindet.



