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Hungern für die Figur
Anorexia nervosa (nervlich bedingte Appetitlosigkeit) oder auch Magersucht ist eine seelisch bedingte Essstörung. Erkrankte leiden an einer Körperschemastörung: Sie nehmen sich selbst als zu dick war, obwohl sie an Untergewicht leiden. Auch wenn ihr Umfeld das Gegenteil beteuert, halten die Erkrankten an ihrer Überzeugung fest. Ihr Selbstwertgefühl hängt von der Fähigkeit ab, das Körpergewicht zu kontrollieren. Deshalb verringern Magersüchtige die Nahrungsaufnahme und verzichten insbesondere auf Nahrungsmittel, bei denen sie befürchten, sie würden dick machen.

Leitsymptom der Anorexia nervorsa ist selbst herbeigeführtes Untergewicht, das um 15 Prozent niedriger ist als das Normalgewicht. Verbunden mit dem Wunsch dünner zu werden ist die Angst der Erkrankten vor Gewichtszunahme. Selbst bei geringer Gewichtszunahme um wenige Gramm beginnen sie panisch, die Nahrungsaufnahme noch strenger zu kontrollieren. Damit befinden sich Anorektiker in einem Teufelskreis.

Durch Gewichtsverlust und Mangelernährung kommt es zu körperlichen Schäden. Unter anderem wird die körperliche Entwicklung verzögert. Außerdem ist der Herzschlag verlangsamt, Haare fallen aus und der Blutdruck sinkt. Die Erkrankten leiden oft unter Schwindelgefühl und Ohnmachtsanfällen. Auf Rücken, Armen und Gesicht entsteht eine flaumartige Behaarung. Die Erkrankten sind kälteempfindlich, da ihre Körpertemperatur niedrig ist und das wärmende subkutane Körperfett fehlt.

Von Magersucht sind vor allem weibliche Teenager betroffen. Am häufigsten tritt die Erkrankung im Alter von 14 Jahren auf. Etwa 0,5 bis 1 Prozent der heranwachsenden Mädchen und jungen Frauen leiden an Magersucht. Allerdings kann die Krankheit auch bei Erwachsenen oder vor Eintritt der Pubertät ausbrechen.

Anorexia nervosa ist zwar weniger verbreitet als Bulimie, geht aber häufiger mit schweren körperlichen Komplikationen und einem ungünstigen Verlauf einher. Etwa fünfzehn Prozent aller Betroffenen sterben an den Folgen der Erkrankung. Anorexia nerovsa zählt zu den psychischen Krankheiten mit der höchsten Sterberate.