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Zivilcourage

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"Zivilcourage zeigen" ist das Motto der Initiative Augen auf! mit Sitz in der Oberlausitz. Schwerpunkt der Arbeit ist die Förderung von sozialer Toleranz und Mut im Alltag - so gibt es auf der Website zahlreiche Informationen zum Kampf gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit. Die Aktion Zehn Punkte für Zivilcourage gibt Tipps für couragiertes Auftreten.

Was tun, wenn Bekannte oder Kollegen öffentlich rechte und rassistische Ansichten vertreten? Tipps hat das Tübinger Institut für Friedenspädagogik gesammelt.

Gewalt, Vandalismus, Belästigung - was alles passieren und wie Hilfe aussehen kann, darüber informiert die Aktion Tu Was der Polizei.

Tiefer gehende Informationen zu wissenschaftlichen Erkenntnissen und gesellschaftlicher Praxis zum Thema Zivilcourage bietet die Publikation Zivilcourage lernen: Analysen - Modelle - Arbeitshilfen der Bundeszentrale für politische Bildung.

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Überliefert ist der Begriff Zivilcourage seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts aus Frankreich und meint wörtlich "bürgerlichen Mut", wobei "bürgerlich" im doppelten Sinne zu verstehen ist: als "nicht-militärisch" einerseits, "anständig" andererseits. In Deutschland war Otto von Bismarck einer der ersten, der das Wort verwendete. Aus dem Jahr 1864 ist folgendes Zitat des späteren Reichskanzlers überliefert: "Mut auf dem Schlachtfelde ist bei uns Gemeingut, aber Sie werden nicht selten finden, dass es ganz achtbaren Leuten an Zivilcourage fehlt."

Auf die Unterschiede zwischen Tapferkeit im Krieg und Zivilcourage geht der Autor und Friedenspädagoge Helmut Jaskolski ein: Der Mut des Soldaten entspringe dem Kameradschaftsgeist, aber auch Anpassungsdruck und Angst vor der Blamage. "Normalerweise stürmen Soldaten alle zusammen los", schreibt Jaskolski, "während diejenige Person, die Zivilcourage zeigt, ... auf sich selbst verwiesen und angewiesen ist, also nicht als Teil einer Masse oder Gruppe agiert."

Wer Zivilcourage zeige, stelle sich gegen die wahrgenommene Mehrheitsmeinung oder wenigstens gegen das tatsächliche Mehrheitsverhalten - das falle vielen schwer, denn, so Jaskolski, die Mehrheit der Menschen strebe nach einer unauffälligen, konformen Existenz. Die fortschreitende Individualisierung ermutige den Menschen auch nicht gerade zur Zivilcourage: "Warum sollte er jemandem helfen, wo es doch üblich geworden ist, dass jeder sich selbst hilft?" Zivilcourage, als "moderne Erscheinungsform" der "Kardinaltugend Tapferkeit", bedarf laut Jaskolski vor allem zwei Voraussetzungen: Selbstsein und Handeln-Können.