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Angst

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Verschiedene Gehirnbereiche wirken an der Entstehung von Angst mit, vor allem das limbische System, verantwortlich für alle grundlegenden Gefühle. Manche Sinnesreize verarbeitet der Mandelkern (Amygdala), das Angstzentrum des Gehirns, im Schnelldurchgang. Bewertet der Mandelkern den Reiz als bedrohlich, löst er eine Angstreaktion aus: Der Hypothalamus, der das Nervensystem steuert, sorgt für den Ausstoß von Stresshormonen und ruft so typische körperliche Angstmerkmale hervor.

Auch die Großhirnrinde analysiert eingehende Reize, allerdings langsamer und sorgfältiger als der Mandelkern. Löst letzterer falschen Alarm aus, indem er etwa eine Gummispinne als echtes Tier identifiziert, korrigiert die Großhirnrinde diese Reaktion und veranlasst den erregten Organismus zur Beruhigung. Unbemerkt vom Bewusstsein kann der Mandelkern besonders eindringliche Erlebnisse speichern und später erneute Angst auslösen, die dem Betroffenen grundlos erscheint.

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An Angststörungen leidet fast ein Zehntel aller Deutschen. Drei Grundformen gibt es: Unspezifisch und lang anhaltend ist die generalisierte Angststörung, sie macht sich bemerkbar mit Unruhe, Reizbarkeit und Anspannung.

Auf bestimmte Situationen oder Objekte beziehen sich Phobien; häufig sind: Angst vorm Aufenthalt in ungewohnter Umgebung, vor allem im öffentlichen Raum und in Menschenmengen (Agoraphobie), Angst im Umgang mit Menschen, davor, beobachtet zu werden und im Mittelpunkt zu stehen (Soziale Phobie), sowie spezielle Phobien wie Höhen-, Platz- und Flugangst oder die Angst vor Gegenständen oder Tieren.

Kurzzeitige, intensive Angstzustände, verbunden mit Zittern, Schweißausbrüchen, Herzrasen oder Atemnot, heißen Panik. Sie treten spontan oder im Zusammenhang mit bestimmten Situationen, Ereignissen oder Orten auf; schon die Furcht vor den Symptomen kann Panik auslösen (Erwartungsangst oder Angst vor der Angst).

Manche Opfer oder Zeugen von schweren Unfällen, Misshandlung oder Gewalt bilden eine posttraumatische Belastungsstörung (PTSD) aus, welche sie in wiederkehrenden Angstanfällen den Vorfall erneut durchleben lässt. Ein größerer Teil der heimgekehrten Soldaten des Irak-Kriegs soll an PTSD leiden. Die Häufigkeit des Syndroms ist umstritten, Kritiker sprechen von einer "Modediagnose". Jedoch vermuten Psychiater, dass viele ältere Menschen, die im Zweiten Weltkrieg aufgewachsen sind, von der Krankheit betroffen sein könnten. Angststörungen lassen sich mit Psychotherapie, Kognitions- und Verhaltenstherapien oder Medikamenten behandeln.