Aus der Balance
Die Wissenschaft macht seit etlichen Jahren Fortschritte in der Erforschung der Krankheit. Heute kennt man viele äußere Ursachen, wie Schadstoffe und Strahlen, die das Erbgut der Zellen angreifen.DNA in Doppelhelix-Struktur: Krebs ist eine Krankheit des Erbguts.
Außer Kontrolle
Obgleich etwa einhundertfünfzig verschiedene Krebsarten existieren, ist die Entstehungsweise immer dieselbe: der unkontrolliert wachsende Tumor bildet sich aus nur einer Ursprungszelle. Die wächst durch genetische Veränderungen im Unterschied zu gesunden Zellen unreguliert und teilt sich ohne Kontrolle. Wissenschaftler unterscheiden drei verschiedene Gruppen von Genen, die bei Krebs verändert sind: Onkogene, Tumorsuppressor-Gene und Reparaturgene. Onkogene fördern das Zellwachstum, Tumorsuppressor-Gene unterdrücken es.
Genetischer Schaden
Es besteht also ein ausgeklügeltes genetisches Kontrollsystem, welches sich für gewöhnlich im Gleichgewicht befindet. Kommt eine Zelle jedoch aus dem fein abgestimmten Takt, entwickelt sich über das unkontrollierte Wachsen ein Tumor. Der menschliche Organismus verfügt über Genreparatursysteme. Das heißt, er ist in der Lage, Gen-Schäden zu erkennen und zu reparieren. Leider können aber auch diese Systeme geschädigt werden, da sich im Laufe des Lebens einer Zelle Mutationen ansammeln, zum Beispiel aufgrund von UV-Strahlen, Zigarettenrauch, Chemikalien oder Virusinfektionen. In der Zelle entstehen neue Eigenschaften - darunter die verheerende Fähigkeit entarteter Zellen, von ihrem Ursprungsort aus über das Lymphsystem oder das Blut in andere Organe zu wandern und sich dort als Tochtergeschwülste (Metastasen) zu vermehren.
Drei Säulen der Therapie
Durch dieses Phänomen gewinnt die Krebserkrankung ihre tödliche Dynamik. Neunzig Prozent aller Patienten sterben nicht an dem Primärtumor, sondern an dessen Metastasen. Die Krebs-Behandlung fußt aus schulmedizinischer Sicht auf drei Säulen: der operativen Methode, der Strahlenbehandlung und der Chemotherapie. Von der Tumorart hängt es ab, welche Verfahren eingesetzt werden können und welche eher unterstützende Maßnahmen sind. Beispielsweise ist nur dann eine Operation möglich, wenn sich der Tumor an einer für die chirurgische Entfernung günstigen Stelle befindet und sich noch keine Metastasen gebildet haben. Das vorrangige Ziel eines operativen Eingriffs ist es, alle bösartigen Zellen herauszuschneiden und den Tumor damit vollständig aus dem Körper zu entfernen
.
Beschleuniger zur Strahlentherapie: Der Patient muss so gelagert werden, dass der Tumor vom Strahlenfeld getroffen wird.
In Deutschland erhalten sechzig Prozent aller Krebspatienten eine Strahlentherapie. Diese lokale Behandlung zielt auf das Abtöten bösartiger Tumorzellen. Eingesetzt wird sie allein oder in Kombination mit den beiden anderen Methoden. Darüber hinaus kann die Bestrahlung auch postoperativ angewandt werden, um verbliebene Tumorzellen zu zerstören.
Einfaches Prinzip
Das Wirkungsprinzip ist einfach: Zellen, die sich, wie die Tumorzellen, häufig teilen, sind sehr strahlenempfindlich. Treffen kurzwellige intensive Gamma- oder Röntgenstrahlen auf das Zellgewebe, können Veränderungen hervorgerufen werden - weil die eingestrahlte Energie über chemische Reaktionen die Zellteilung beeinträchtigt und so unter Umständen den Zelltod herbeiführt. Das umliegende gesunde Gewebe wird durch den Einsatz von Blenden geschützt. Die Höhe der Strahlendosis oder die Größe des Bestrahlungsfeldes beeinflussen das Entstehen von Nebenwirkungen. Akute Folgen, vor allem Übelkeit, Unwohlsein, Müdigkeit und Hautrötungen, lassen sich nicht immer vermeiden. Doch nach Ansicht von Medizinern sind die Nebenwirkungen in den meisten Fällen nur vorübergehend...
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Risikofaktoren
Bislang sind nur wenige der komplizierten Vorgänge der Krebsentstehung wissenschaftlich erforscht. Allerdings kennen die Mediziner mittlerweile eine Vielzahl an Faktoren, mit denen sie das Krebsrisiko eines Menschen eingrenzen können. Oft spielen mehrere Einflüsse innerhalb und außerhalb des Körpers eine Rolle.
Man geht davon aus, dass ein Großteil der Krebserkrankungen umweltbedingt ist. So tragen zum Beispiel Chemikalien, Tabakrauch, Strahlungen und andere biologische Lebensformen wie Schimmelpilze und Viren zur Krebsentstehung bei. Aber auch Erbfaktoren können Krebs auslösen.
Die Ernährung spielt ebenfalls eine wichtige Rolle in der Vorbeugung und bei der Entstehung von Krebs. Dreißig bis vierzig Prozent aller Tumoren werden durch falsche Ernährung, Übergewicht und mangelnde körperliche Betätigung ausgelöst oder begünstigt.
Bisherige Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass eine ausgewogene Kost, die reich an Obst und Gemüse und damit reich an Vitaminen und Ballaststoffen ist, das Krebsrisiko senkt. Ballaststoffmangel und Überernährung begünstigen hingegen die Entstehung von Krebs.
Man geht davon aus, dass ein Großteil der Krebserkrankungen umweltbedingt ist. So tragen zum Beispiel Chemikalien, Tabakrauch, Strahlungen und andere biologische Lebensformen wie Schimmelpilze und Viren zur Krebsentstehung bei. Aber auch Erbfaktoren können Krebs auslösen.
Die Ernährung spielt ebenfalls eine wichtige Rolle in der Vorbeugung und bei der Entstehung von Krebs. Dreißig bis vierzig Prozent aller Tumoren werden durch falsche Ernährung, Übergewicht und mangelnde körperliche Betätigung ausgelöst oder begünstigt.
Bisherige Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass eine ausgewogene Kost, die reich an Obst und Gemüse und damit reich an Vitaminen und Ballaststoffen ist, das Krebsrisiko senkt. Ballaststoffmangel und Überernährung begünstigen hingegen die Entstehung von Krebs.
Infobox
Brustkrebs bei Männern
Wie Frauen haben Männer eine - wenn auch deutlich kleinere - Brustdrüse, die von Krebs befallen werden kann. In Deutschland sind jährlich etwa vierhundert männliche Personen von dieser Erkrankung betroffen. Zwar macht das lediglich 0,2 Prozent aller neu auftretenden Tumore bei Männern aus, doch steigt die Rate seit Anfang der 1960er Jahre kontinuierlich.
Das Mammakarzinom wird beim Mann oft sehr spät entdeckt, wenn der Tumor schon in einem sehr fortgeschrittenen Stadium ist. Die Heilungschancen sind daher eher schlecht. Im Vergleich zu Frauen erkranken Männer im Schnitt acht bis zehn Jahre später, häufig zwischen dem 61. und dem 65. Lebensjahr.
Ebenso wie bei Frauen gibt es bei Männern Symptome, die auf Brustkrebs hinweisen. Neben schmerzlosen oder schmerzhaften Knoten in der Brust, häufig in der Nähe der Brustwarze ertastbar, können auch Brustwarzen, die sich nach innen stülpen, sowie Blutungen oder Sekretion von Flüssigkeit Hinweise für Brustkrebs sein.
Wie Frauen haben Männer eine - wenn auch deutlich kleinere - Brustdrüse, die von Krebs befallen werden kann. In Deutschland sind jährlich etwa vierhundert männliche Personen von dieser Erkrankung betroffen. Zwar macht das lediglich 0,2 Prozent aller neu auftretenden Tumore bei Männern aus, doch steigt die Rate seit Anfang der 1960er Jahre kontinuierlich.
Das Mammakarzinom wird beim Mann oft sehr spät entdeckt, wenn der Tumor schon in einem sehr fortgeschrittenen Stadium ist. Die Heilungschancen sind daher eher schlecht. Im Vergleich zu Frauen erkranken Männer im Schnitt acht bis zehn Jahre später, häufig zwischen dem 61. und dem 65. Lebensjahr.
Ebenso wie bei Frauen gibt es bei Männern Symptome, die auf Brustkrebs hinweisen. Neben schmerzlosen oder schmerzhaften Knoten in der Brust, häufig in der Nähe der Brustwarze ertastbar, können auch Brustwarzen, die sich nach innen stülpen, sowie Blutungen oder Sekretion von Flüssigkeit Hinweise für Brustkrebs sein.




