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Nordsee
Hochwasser

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Wie entsteht eine Sturmflut?
Wenn Wind mit Sturm- oder Orkanstärke große Wassermassen gen Küste drückt, steigt die Gefahr einer Flut. An der deutschen Nordseeküste bringen hereinziehende Atlantiktiefs, die über die Nordsee weiter nach Skandinavien oder zur Ostsee ziehen, wildes Seewetter mit.

Die Elbmündung wirkt wie ein Trichter und lässt den Sturm an zusätzlicher Kraft gewinnen. Die Deutsche Bucht ist nach Ansicht des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie eines der am stärksten von Sturmfluten bedrohten Gebiete der Welt.

Man spricht von einer Sturmflut, wenn der Wasserpegel 1,50 Meter höher ist als das mittlere Tidenhochwasser. Eine Übersteigung von 2,50 gilt als schwere Sturmflut und eine ab 3,50 Meter als "sehr schwer". Sturmfluten treten verstärkt im Frühjahr und im Herbst auf.

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Schutz vor den Fluten
Schon seit dem Mittelalter versuchen sich Menschen mit Deichen vor Fluten zu schützen. Die steilen und schmalen Konstruktionen wurden in harter und langwieriger körperlicher Arbeit mit Spaten und Schubkarre errichtet.

Erst nach der verheerenden Zweiten Groten Mandränke von 1634 begannen Deichbauer flachere Dämme zu bauen, an denen die Wellen auslaufen konnten.

Heutige Sturmflutwehre mit Deichlinien und Sperrwerken kosten Hunderte Millionen von Euro. In die hochmoderne, küstennahe Maeslant-Sturmflutwehr im Großraum Rotterdam etwa flossen 660 Millionen Euro, ihr Bau dauerte 6 Jahre, 600 Arbeiter waren beteiligt.

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Die Nordsee...
umfasst eine Fläche von etwa 575.000 Quadratkilometern bei einer Wassermenge von 54.000 Kubikkilometern. Nur durchschnittlich 94 Meter tief ist dieses Randmeer des Atlantischen Ozeans. Anrainer-Staaten sind Großbritannien, Deutschland, Dänemark, Norwegen, Belgien, die Niederlande und Frankreich.

Rund achtzig Millionen Menschen leben an den Küsten der Nordsee. Die Nordsee ist außerdem Lebensraum unzähliger Tierarten. Im Wattboden etwa siedeln rund fünfundzwanzig mal mehr Tiere als auf dem Meeresboden der Nordsee. Nahrungsgrundlage sind mikroskopisch kleine Kieselalgen, die bei Niedrigwasser und Sonnenschein an die Oberfläche kommen und sich sonst im Boden verkriechen.

Kein Lebensraum in Europa hat mit fünftausend Quadratkilometern eine annähernd so große Ausdehnung und kein europäisches Ökosystem verfügt über ein ähnliches Arteninventar wie das Nordsee-Watt.