Entdecktes
Bevor Menschen erfahren wollten, was in den Abgründen der Weltmeere kriecht, schwebt und schwimmt, galt es, die Ozeane selbst zu finden. Der Schritt in die nasse Weite hinaus war ein gewagter Schritt.Kompass, Sanduhr, Zirkel, Himmels- und Erdgloben, dazu Meeresgott Neptun und der Gott der Winde: Kupferstich in einem Segelhandbuch von 1608.
Wind, Gezeiten, Strömung
Wann genau sich die ersten Menschen in zerbrechlichen Booten hinaus auf Ozeane wagten, können wir nur vermuten. Die Besiedlung der Osterinsel etwa - im 5. Jahrhundert sollen dort Polynesier auf Schilfbooten gelandet sein - stellte zweifellos schon eine beachtliche navigatorische Leistung dar, setzte Kenntnisse des Windes, der Gezeiten und Strömungen voraus.
Appetit auf mehr
Beschränken wir uns auf die europäische Sicht der Dinge, begann das Zeitalter des Vorstoßes über die Ozeane im Jahr 1415: Eine portugiesische Flotte hatte gerade das marokkanische Seeräubernest Ceuta erobert; die sich nun verbreitende Ahnung von Weite und Reichtum des afrikanischen Kontinents machte Appetit auf mehr. Heinrich der Seefahrer (1394 bis 1460), vierter Sohn des portugiesischen Königs Johann I., schickte Expeditionen die Westküste Afrikas entlang.
Heinrich der Seefahrer ließ die Westküste Afrikas erkunden und legte damit den Grundstein für den Aufstieg Portugals zur Seemacht.
Natürlich, wie immer wenn es um Meere und Ozeane geht, spielte der Handel eine Rolle: Transport und Verkauf von Gewürzen, damals unter Kontrolle muslimischer Händler, rief europäische Begehrlichkeit auf den Plan. So galt es, die Handelswege der Muslime zu umgehen und eigene Verbindungen zu schaffen.
Den angestammten Monopolisten kam bald der nahe liegende Gedanke, ihre erblühende Konkurrenz mit Phantastereien zu schrecken: die Gewässer am Äquator würden kochen, die Haut der Seeleute verfärbe sich schwarz, und Seemonster verschlängen die Schiffe.
Kap für Kap
Solche Zerrbilder des Unbekannten, schön anschaulich gemalt, zeigten Wirkung, zumal die Besatzungen der Schiffe des 15. Jahrhunderts aus eher schlichten Leuten bestanden. Keine Forscherelite war es, die damals in den Raum hinaus fuhr. Dennoch: Kap für Kap tastete man sich vor; immer, wenn das Ufer zurücksprang und nur noch unendliche Wellenberge in Sichtweite lagen, rutschte den abergläubischen Männern das Herz in die Hose. Sie wussten nicht, dass Schiffe der Pharaonen mehr als ein Jahrtausend vor ihnen Afrika schon umsegelt hatten, vielleicht von weniger Furcht vor dem Ozean mit seinen Monstern geplagt.
Kein Zweifel, dass hier fabelhafte Wesen existieren: Bereits der Römer Plinius der Ältere (etwa 24 bis 79) beschrieb ja die Meerjungfrau.
Bemerkenswert ist, dass die Gesellschaft des Jahrhunderts der großen Entdecker alle Gefahren der Ozeane märchenhaft überhöhte, ihre Ausdehnung aber stark unterschätzte. Zum Glück war dies so, könnte man meinen, denn sonst hätte Christoph Kolumbus (1451 bis 1506) sein Wagnis nie unternommen:
Ohne den Fehler des Astronomen Toscanelli, der die Entfernung zwischen der Westküste Europas und der Ostküste Asiens irrtümlich zu kurz angab, wäre dem mutigen Genueser das Risiko 1492 wohl übergroß vorgekommen und er hätte nie - im Irrlauben, nach Asien zu segeln - Amerika erreicht.
Die Kreuze der Eroberer
Übrigens galt das Interesse der Entdecker kaum dem unermesslichen Wasser-Areal: Ins Wasser kann man keine Flaggenstöcke, kann man nicht die Kreuze der Eroberer stecken. Sie wollten Seelen, also Sklaven, und sie wollten Land, für sich selbst, für die Krone, für das Christentum...
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Die Ozeane
Okeanos heißt in der griechischen Mythologie die Gottheit, die die Welt als Strom umfließt und in der die Welt ihren Ursprung hat. Von diesem Namen leitet sich das Wort Ozean für die großen Meere - im Deutschen sagt man auch Weltmeere - ab.
In fünf Ozeane unterteilt man die Meeresflächen zwischen den Kontinenten: Atlantischer, Pazifischer, Indischer, Arktischer und Antarktischer Ozean. Jedes dieser Meere unterscheidet sich von den anderen Ozeanen und von den Nebenmeeren durch Eigenschaften wie Salzgehalt, Meeresströmungen und Gezeiten. Der größte Ozean ist der Pazifik, auch Stiller oder Großer Ozean genannt: Er macht die Hälfte der Wasseroberfläche der Erde aus und ist größer als alle Kontinente zusammen.
Die Weltmeere sind durchzogen von Unterwassergebirgen. Mittelozeanische Rücken entstehen an den Rändern der tektonischen Platten, wo die Erdkruste aufbricht und vulkanisches Material nach oben tritt. Dabei bildet sich Ozeanboden neu und bewegt sich von der Austrittsstelle fort - Wissenschaftler erklären so die Bewegung der Kontinente. Der Atlantische Ozean zum Beispiel wächst durch die Spreizung des Ozeanbodens um etwa 2 Zentimeter pro Jahr.
Tiefseerinnen sind gewissermaßen das geologische Gegenstück zu den Mittelozeanischen Rücken: Sie entstehen da, wo tektonische Platten aufeinander prallen und eine unter eine andere "taucht". In einer solchen Rinne im Pazifik, im Marianengraben, liegt das Witjastief 1. Wer diesen Ort besuchen möchte, muss 11.034 Meter unter die Wasseroberfläche tauchen - tiefer geht es auf dem Blauen Planeten nicht.
Die Durchschnittstiefe der Weltmeere beträgt nach aktuellen Berechnungen US-amerikanischer Forscher etwa 3.682 Meter; das Gesamtvolumen des Ozeanwassers geben Wissenschaftler mit mehr als 1,3 Milliarden Kubikkilometer an. Schätzungsweise 97 Prozent der Weltwasserreserven speichern die Ozeane.
Die Bedeutung der Weltmeere für das Klima und die Atmosphäre ist kaum zu überschätzen. Für Europa etwa spielt der Golfstrom, der warmes Wasser in den Nordatlantik spült, eine wichtige Rolle. Der Wasseraustausch zwischen Atmosphäre und Oberfläche geschieht zu 82 Prozent über den Ozeanen. Und: Die Weltmeere sind ein gigantischer Sauerstoff- und Kohlendioxidspeicher.
Okeanos heißt in der griechischen Mythologie die Gottheit, die die Welt als Strom umfließt und in der die Welt ihren Ursprung hat. Von diesem Namen leitet sich das Wort Ozean für die großen Meere - im Deutschen sagt man auch Weltmeere - ab.
In fünf Ozeane unterteilt man die Meeresflächen zwischen den Kontinenten: Atlantischer, Pazifischer, Indischer, Arktischer und Antarktischer Ozean. Jedes dieser Meere unterscheidet sich von den anderen Ozeanen und von den Nebenmeeren durch Eigenschaften wie Salzgehalt, Meeresströmungen und Gezeiten. Der größte Ozean ist der Pazifik, auch Stiller oder Großer Ozean genannt: Er macht die Hälfte der Wasseroberfläche der Erde aus und ist größer als alle Kontinente zusammen.
Die Weltmeere sind durchzogen von Unterwassergebirgen. Mittelozeanische Rücken entstehen an den Rändern der tektonischen Platten, wo die Erdkruste aufbricht und vulkanisches Material nach oben tritt. Dabei bildet sich Ozeanboden neu und bewegt sich von der Austrittsstelle fort - Wissenschaftler erklären so die Bewegung der Kontinente. Der Atlantische Ozean zum Beispiel wächst durch die Spreizung des Ozeanbodens um etwa 2 Zentimeter pro Jahr.
Tiefseerinnen sind gewissermaßen das geologische Gegenstück zu den Mittelozeanischen Rücken: Sie entstehen da, wo tektonische Platten aufeinander prallen und eine unter eine andere "taucht". In einer solchen Rinne im Pazifik, im Marianengraben, liegt das Witjastief 1. Wer diesen Ort besuchen möchte, muss 11.034 Meter unter die Wasseroberfläche tauchen - tiefer geht es auf dem Blauen Planeten nicht.
Die Durchschnittstiefe der Weltmeere beträgt nach aktuellen Berechnungen US-amerikanischer Forscher etwa 3.682 Meter; das Gesamtvolumen des Ozeanwassers geben Wissenschaftler mit mehr als 1,3 Milliarden Kubikkilometer an. Schätzungsweise 97 Prozent der Weltwasserreserven speichern die Ozeane.
Die Bedeutung der Weltmeere für das Klima und die Atmosphäre ist kaum zu überschätzen. Für Europa etwa spielt der Golfstrom, der warmes Wasser in den Nordatlantik spült, eine wichtige Rolle. Der Wasseraustausch zwischen Atmosphäre und Oberfläche geschieht zu 82 Prozent über den Ozeanen. Und: Die Weltmeere sind ein gigantischer Sauerstoff- und Kohlendioxidspeicher.



