Aus dem Innern der Erde
Vulkanausbrüche sind ein Lebenszeichen des Planeten. Doch bringen sie auch Tod und Zerstörung. Dennoch besiedelt der Mensch die fruchtbaren Hänge der brodelnden Berge - und begibt sich in Gefahr.Die Katastrophe war einzigartig. Sie führte zum Ende einer Kultur: Etwa anderthalb Jahrtausende vor Beginn unserer Zeitrechnung stand die Zivilisation der kretischen Minoer in ihrer Blüte. Die Insulaner trieben Handel, bauten Paläste und beherrschten mit ihrer Flotte das Mittelmeer. Dann, aus heute noch immer nicht völlig geklärten Gründen, verschwanden sie im Dunkel der Geschichte. Was war geschehen?
Versunken im Feuersturm
Ungefähr 1600 v. Chr. explodierte die in der Ägäis gelegene Vulkaninsel Santorin. Dreißig Kubikkilometer Magma gelangten in einem gewaltigen Ausbruch an die Oberfläche. Das Zentrum der Insel stürzte ein und wurde vom Meer überflutet. Der Eruption gingen heftige Erdbeben voraus. Erdbeben und Vulkanausbruch lösten eine enorme Flutwelle aus, die auch Kreta nicht unberührt ließ. Die Paläste der Minoer versanken in Feuerstürmen und brausendem Wasser.
Für Historiker ist dies nur eine von mehreren Theorien, um den Untergang der minoischen Hochkultur zu erklären. Manche Experten sehen in bürgerkriegsähnlichen inneren Auseinandersetzungen die Hauptursache. Vielleicht trifft das eine ebenso zu wie das andere. Fest steht jedoch, dass es sich bei der Explosion der Insel Santorin um den größten Vulkanausbruch in der Geschichte der Menschheit handelt. Wenn es auch eine Eruption dieser Intensität seither nie wieder gegeben hat, erinnern uns Vulkanausbrüche - wie Erdbeben - an eine einfache Tatsache: Die Erde ist auch fünf Milliarden Jahre nach ihrer Entstehung noch nicht zur Ruhe gekommen!
Weltweit gibt es etwa 550 aktive Vulkane: Drohend ragt der sizilianische Ätna empor - erst im Mai 2008 hatte er seine vorerst letzte unruhige Phase.
Weltweit gibt es etwa 550 aktive Vulkane. Trotz immer ausgefeilterer Warnsysteme sind Ausbrüche mitunter gar nicht, meist nur kurzfristig vorhersagbar. So rechnete bis vor wenigen Jahrzehnten kaum einer der rund 11.000 Einwohner der britischen Kronkolonie Montserrat mit einem Vulkanausbruch: Zwar ist die Karibikinsel vulkanischen Ursprungs, doch liegen die letzten Phasen vulkanischer Aktivität in der Zeit ihrer Entdeckung durch Kolumbus und, noch viel früher, vor rund 22.000 Jahren.
Der Boden öffnet sich
In der ersten Hälfte der 1990er Jahre gab es mehrere leichte Erdbeben, fast immer Anzeichen für einen erwachenden Vulkan. Am 18. Juli 1995 öffnete sich dann plötzlich der Boden: Aus einem alten Krater der Soufriere Hills strömten große Mengen Wasserdampf, feine Asche wurde herausgeblasen. Später sammelte sich am Vulkanschlot ein kleiner Berg aus Magma. Als die Höhe und damit die Steilheit seiner Flanken zunahm, brachen immer öfter Teile der Kuppe ab. Lawinenströme aus heißen Gasen, Asche und glühenden Felsbrocken jagten mit Hunderten Stundenkilometern Geschwindigkeit bergab, zerstörten alles, was sich ihnen in den Weg stellte...
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Gefährlicher Vesuv
Dass wir heute über den Ausbruch des Vesuv, der am 24. August des Jahres 79 n. Chr. die römische Stadt Pompeji vollständig unter Staub- und Aschemassen begrub, so viel wissen, verdanken wir zum einen dem römischen Schriftsteller Plinius dem Jüngeren, der als Augenzeuge dem Spektakel - aus sicherer Entfernung - beiwohnte, sowie Ausgrabungen im Vesuvgebiet, deren Erkenntnisse über die Zusammensetzung der Ablagerungen und die Art der Zerstörungen Aufschlüsse über den Ausbruch erlauben. Vor dem Ausbruch hatte der Vulkan über Jahrhunderte geruht und galt als erloschen. So waren die fruchtbaren Hänge des Vesuv dicht besiedelt.
Ein schweres Erdbeben um etwa 62 oder 63 n. Chr. kündigte eine neue Phase von Aktivität an - doch die Gefahr wurde nicht erkannt. So waren die Wiederherstellungsarbeiten in Pompeji noch nicht beendet, als der Vesuv schließlich ausbrach. Zwischen 203 und 1139 gab es elf weitere Eruptionen.
Für die nächsten fünfhundert Jahre kam der Vulkan etwas zur Ruhe, bis er 1631 mit einer gewaltigen Eruption wieder erwachte, die viertausend Tote forderte. Ein Ausbruch im Jahr 1906 war so heftig, dass der Vesuv zweihundert Meter niedriger wurde. Seit dem letzten großen Ausbruch 1944, der die Städte Massa di Somma und San Sebastiano fast vollständig zerstörte, verhält sich der Vesuv ruhig. Erloschen ist er aber nicht - und bleibt gefährlich.
Dass wir heute über den Ausbruch des Vesuv, der am 24. August des Jahres 79 n. Chr. die römische Stadt Pompeji vollständig unter Staub- und Aschemassen begrub, so viel wissen, verdanken wir zum einen dem römischen Schriftsteller Plinius dem Jüngeren, der als Augenzeuge dem Spektakel - aus sicherer Entfernung - beiwohnte, sowie Ausgrabungen im Vesuvgebiet, deren Erkenntnisse über die Zusammensetzung der Ablagerungen und die Art der Zerstörungen Aufschlüsse über den Ausbruch erlauben. Vor dem Ausbruch hatte der Vulkan über Jahrhunderte geruht und galt als erloschen. So waren die fruchtbaren Hänge des Vesuv dicht besiedelt.
Ein schweres Erdbeben um etwa 62 oder 63 n. Chr. kündigte eine neue Phase von Aktivität an - doch die Gefahr wurde nicht erkannt. So waren die Wiederherstellungsarbeiten in Pompeji noch nicht beendet, als der Vesuv schließlich ausbrach. Zwischen 203 und 1139 gab es elf weitere Eruptionen.
Für die nächsten fünfhundert Jahre kam der Vulkan etwas zur Ruhe, bis er 1631 mit einer gewaltigen Eruption wieder erwachte, die viertausend Tote forderte. Ein Ausbruch im Jahr 1906 war so heftig, dass der Vesuv zweihundert Meter niedriger wurde. Seit dem letzten großen Ausbruch 1944, der die Städte Massa di Somma und San Sebastiano fast vollständig zerstörte, verhält sich der Vesuv ruhig. Erloschen ist er aber nicht - und bleibt gefährlich.



