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Atomwaffen

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Skrupel und Dienstweg
Der deutsche Feind war geschlagen, atomare Bedrohung ging von ihm niemals aus. Mit dem Beweis des letzteren begann die Motivation der Forscher im Manhattan-Projekt fragwürdig zu werden. Sollte man die Arbeit beenden? Tatsächlich zog sich nicht ein einziger Wissenschaftler aus dem Projekt zurück. Allerdings gab es Einwände und Sorgen, festgehalten in Denkschriften, die meist auf dem "Dienstweg" versackten.

So forderte etwa der Franck-Report vom 11. Juni 1945 zwar nicht den Verzicht, aber er riet dringend, die langfristigen Folgen nuklearer Waffen zu analysieren. Leo Szilard, gebürtiger Ungar mit deutschem Universitätsabschluss, warnte vor Konflikten mit Russland und nannte die Atombombe "ein Mittel zur unbarmherzigen Zerstörung von Städten". Den Abwurf über Japan konnte auch er nicht verhindern.

Typisch war der Weg der Oak-Ridge-Petition vom 13. Juli 1945: General Groves ließ das Dokument als geheim klassifizieren. So blieb es im Safe. Typisch war auch die Haltung des führend am Projekt beteiligten Enrico Fermi: "Lasst mich in Ruhe mit euren Gewissensbissen, das ist doch so schöne Physik!"