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Jugoslawien

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7. Mai 1892: Josip Broz wird als Sohn einer Kleinbauernfamilie im Kreis Kranjez in Kroatien geboren. Er hat vierzehn Geschwister.

Ab 1910 arbeitet Broz in Metallfabriken in Slowenien. Er geht auf Wanderschaft und ist um 1912 bei Daimler in Wiener Neustadt tätig.

1914: Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs dient Broz als Unteroffizier in der k. u. k. Armee. 1915 gerät er verwundet in russische Gefangenschaft.

1917: Josip Broz-Tito schließt sich in Russland den Bolschewiki an und wird Mitglied der kommunistischen Partei.
 
Ab 1927 hat Tito diverse Partei- und Gewerkschaftsfunktionen in Kroatien inne. 1928 wird er zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt.

1934 wird Tito Mitglied des Politbüros der Jugoslawischen Kommunistischen Partei (KPJ). Er reist illegal in die Sowjetunion. In Moskau gehört er dem Balkansekretariat der Komintern an und erwirbt Stalins Vertrauen. 1937 macht Stalin ihn zum ersten Mann der KPJ. Im Auftrag Stalins organisiert er den Transport jugoslawischer Freiwilliger zu den Internationalen Brigaden nach Spanien.

6. April 1941: Die deutsche Wehrmacht greift Jugoslawien an. Tito bereitet den Widerstand vor, ruft aber erst am…

22. Juni 1941, als das Deutsche Reich die Sowjetunion überfällt, zur nationalen Erhebung.

1942/43: Die Partisanenarmee unter Tito führt schwere Kämpfe mit Deutschen, Italienern, Tschetniks und Ustaschas.

1944/45: Am 20. Oktober 1944 befreien die Partisanen Belgrad. Tito besucht Stalin in Moskau. In den folgenden Monaten ermorden Titos Streitkräfte zehntausende politische Gegner. Am 8. März 1945 wird Tito Ministerpräsident Jugoslawiens.

1947: Die KPJ sozialisiert alle wichtigen Betriebe und Banken. Eine Bodenreform, verbunden mit Landenteignungen, führt zu Unruhen unter den Bauern. Tito opponiert gegen den autoritären Umgangsstil Stalins.

28. Juni 1948: Die Kominform schließt Jugoslawien aus der kommunistischen Weltgemeinschaft aus. Außenpolitisch orientiert sich Tito zunehmend am Westen, insbesondere an den USA.

Um 1952 erreichen von Tito eingeleitete Reformen ihren Höhepunkt. Im Zentrum steht die Arbeiterselbstverwaltung in den staatlichen Betrieben.

1955 besucht Nikita Chruschtschow Belgrad. Langfristig beginnt ein Prozess der Wiederannäherung an die Sowjetunion. Doch das Verhältnis zum Ostblock bleibt schwankend.

1. September 1961: Tito betont auf der Gipfelkonferenz der Blockfreien in Belgrad einen neutralen außenpolitischen Kurs.

1969: Tito verurteilt die "Breschnew-Doktrin" von der eingeschränkten Souveränität der sozialistischen Staaten. Das folgt konsequent aus seinem Protest gegen den Einmarsch der Armeen des Ostblocks in die Tschechoslowakei 1968.

1970 bis 1979: Tito verstärkt durch Verfassungsänderungen die Rechte der jugoslawischen Teilrepubliken. Bald ist er selbst, mit seiner nahezu unumschränkten persönlichen Macht als Staatspräsident auf Lebenszeit, das wichtigste zentrale Bindeglied. In Abständen werden lokale Parteiapparate, die zu viel Wert auf Eigenständigkeit legen, gesäubert.

4. Mai 1980: Tito stirbt in Ljubljana an einer Thrombose. Nach seinem Tod entfalten die zentrifugalen Tendenzen, die schließlich zum Zerfall Jugoslawiens führen, stetig ihre Kraft.