HMS Dreadnought im Jahr 1906: Sie war das Muster einer Klasse neuer und gefährlicherer Kampfschiffe.
Höhepunkt Erster Weltkrieg
Dennoch ist der Erste Weltkrieg nie wieder erreichter Höhepunkt beim Aufbau und Einsatz von Kriegsmarinen. Das Schlachtschiff - ein riesiger Artillerieträger mit oft mehr als tausend Mann Besatzung - erlebte hier seine hohe Zeit. Unterschieden sich die Schiffe Nelsons technologisch im Grunde noch wenig von Themistokles' Trieren, steckten in den Dreadnoughts der britischen Homefleet - ebenso in ihren deutschen Pendants - die fortgeschrittensten Leistungen von Technik und Wissenschaft.
Schwimmende Fabriken
Wie das Bild der Schiffe wandelte sich auch das Bild ihrer Besatzungen: Hochspezialisierte Techniker traten an die Stelle der klassischen Seeleute mit ihrem Gespür für Wind, Segel und Wellenschlag. Der Typ des Facharbeiters richtete nun die Geschütze, der Typ des Ingenieurs befehligte auf der Brücke und im Kartenraum. Schwimmende Fabriken des Todes prallten aufeinander, in einem Ringen, das sich auf Kilometerdistanzen entschied.
Nicht mehr zeitgemäß
Mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs waren Großkampfschiffe eigentlich nicht mehr zeitgemäß. Dies blieb den Seestrategen auf beiden Seiten freilich erst mal verborgen. Im traditionellen Artillerieduell versenkte zum Beispiel das deutsche Schlachtschiff Bismarck noch den britischen Schlachtkreuzer Hood, doch während der anschließenden Verfolgung der Bismarck wurde schon die Dominanz der Luftwaffe deutlich. Die gepanzerten, hochtechnisierten Riesen waren Attacken aus der Luft immer weniger gewachsen.
Im August 1940 wurde die Bismarck in Dienst gestellt - und schon nach zehn Monaten, am 27. Mai 1941, versenkt.
Im Zeitalter der Abstandswaffen, der Cruise Missiles und Düsenjets, sind die neuen "Großkampfschiffe" vor allem Basen für Flugzeuge und Raketen. Doch - Ironie der Geschichte - der moderne Flugzeugträger hat mit den hölzernen Schiffen der einstigen britischen Weltmacht wieder vieles gemein: Weit entfernt von der Heimat hilft er bei der Durchsetzung politischer Ziele, übt Druck aus, hält lebenswichtige Seeverbindungen offen. Ebenso wie Nelsons Geschwader ist er politisches Instrument. Und ebenso wie die Stoßkraft der alten Navy setzt eine Marine, deren Kern aus Flugzeugträgern besteht, enorme wirtschaftliche Potenzen voraus.
Michael Schmittbetz (akt. 18.11.2009)
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Das Schlachtschiff
Historisch korrekt ist die Bezeichnung Schlachtschiff nur für Großkampfschiffe des Zwanzigsten Jahrhunderts - beginnend mit der 1906 in Dienst gestellten Dreadnought. Im deutschen Sprachgebrauch taucht dieses Wort erst vom Beginn der 1930er Jahre an auf. Alle Großkampfschiffe vor der Epoche der Dreadnoughts sind Linienschiffe: schon die großen Segelkriegsschiffe des 17. und 18. Jahrhunderts wurden so bezeichnet. Das Wort deutet auf die Lineartaktik im Gefecht (Schiffe eines Geschwaders fahren in Kiellinie hintereinander), welche üblich war, weil sich nur so die an den Seiten angebrachten Geschütze optimal nutzen ließen (Breitseite). Erst ab der Dreadnought setzten Schiffbauer konsequent das Prinzip des Feuerns in möglichst gleicher Stärke in alle Richtungen um.
Historisch korrekt ist die Bezeichnung Schlachtschiff nur für Großkampfschiffe des Zwanzigsten Jahrhunderts - beginnend mit der 1906 in Dienst gestellten Dreadnought. Im deutschen Sprachgebrauch taucht dieses Wort erst vom Beginn der 1930er Jahre an auf. Alle Großkampfschiffe vor der Epoche der Dreadnoughts sind Linienschiffe: schon die großen Segelkriegsschiffe des 17. und 18. Jahrhunderts wurden so bezeichnet. Das Wort deutet auf die Lineartaktik im Gefecht (Schiffe eines Geschwaders fahren in Kiellinie hintereinander), welche üblich war, weil sich nur so die an den Seiten angebrachten Geschütze optimal nutzen ließen (Breitseite). Erst ab der Dreadnought setzten Schiffbauer konsequent das Prinzip des Feuerns in möglichst gleicher Stärke in alle Richtungen um.



