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Universität Leipzig

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Eine kurze Chronik der Universität Leipzig
Juni 1409: Magister und Scholaren, die aus Prag fortgezogen sind, finden in Leipzig Aufnahme. Stadt und Landesherren stiften ihnen mehrere Häuser und bewilligen einen jährlichen Etat von fünfhundert Gulden. Am 24. Oktober beginnt der Lehrbetrieb; offizielles Gründungsdatum ist der 2. Dezember 1409.
1415: Die medizinische Fakultät wird gegründet.
1446: Die juristische Fakultät nimmt den Betrieb auf.
1502: Ein "gemeiner Tisch" für arme Studenten wird eingerichtet.
1539: Die Universität beschließt, die reformatorische Lehrnorm anzunehmen, und ordnet in den kommenden Jahren den Lehrbetrieb neu.
1543: Auf Betreiben des Rektors Caspar Borner vermacht Herzog Moritz der Universität das ehemalige Dominikanerkloster St. Pauli samt Kirche. Im Paulinum findet auch die ein Jahr zuvor gegründete Universitätsbibliothek Platz. 1545 weiht Martin Luther St. Pauli zur Universitätskirche.
1580: Die Universität Leipzig unterhält 23 Professuren: 5 für Theologie, 5 für Juristerei, 4 für Medizin und 9 für Philosophie. Etwa achthundert Studenten sind Ende des 16. Jahrhunderts an der Universität eingeschrieben.
1661: Per kurfürstlich-sächsischem Erlass versucht man, den Pennalismus zu unterbinden. Wenige Jahre später ergeht ein Erlass gegen das studentische Duell.
1697: Der Rektor warnt die Studenten davor, Kaffee- und Teestuben zu besuchen. Vier Jahre später wird ihnen untersagt, in Schlafrock und Nachtmütze durch die Straßen zu ziehen.
1760: Von den rund dreißigtausend Leipzigern sind etwa sechshundert Studenten (zwei Prozent).
1813: Die Universität verliert die Gerichtsbarkeit über die Studenten; 1822 muss sie auch die Polizeigewalt abgeben.
1830: Eine neue Universitätsverfassung reformiert den Aufbau der Universität: Alle Professoren sind nun gleichgestellt, ein akademischer Senat wird einberufen.
1836: Ein neues Universitätshauptgebäude, das Augusteum, öffnet die Pforten.
1870: Erstmals lässt die Universität Frauen zu, allerdings nur als Gasthörerinnen.
1891: Die von Arwed Roßbach erbaute Universitätsbibliothek wird eingeweiht. Wenige Jahre später ist auch der Um- und Ausbau von Augusteum und Paulinum beendet.
1906: Frauen dürfen sich jetzt als Studentinnen einschreiben.
1911: Auf Initiative des Rektors Karl Lamprecht bildet sich eine allgemeine Studentenvertretung.
1923: Die Universität erhält eine veterinärmedizinische Fakultät: Die tierärztliche Hochschule Dresden siedelt nach Leipzig über.
1933: Aus politischen und rasseideologischen Gründen entlässt die Universität 21 Hochschullehrer.
1946: Die Universität nimmt den Lehrbetrieb wieder auf. Der Krieg hat schwere Schäden hinterlassen: Viele Gebäude sind zerstört, tausende Bücher vernichtet, Dutzende Wissenschaftler haben Leipzig verlassen.
1948: Die SED lässt den Studentenratsvorsitzenden Wolfgang Natonek festnehmen - der hatte gegen die Gleichschaltung der Universität protestiert.
1953: Die Universität bekommt den Namen Karl-Marx-Universität.
1968: Im Zuge der sozialistischen Neugestaltung des Karl-Marx-Platzes wird die alte Universität samt Paulinerkirche gesprengt. Bis 1972 wächst das Uni-Hochhaus in die Höhe. Studierende der Universität graben in den 1970ern Teile der alten Stadtbefestigung aus und bauen sie bis 1982 zum Studentenclub Moritzbastei um.
1991: Nach der Wiedervereinigung will sich die Universität grundlegend erneuern. Sie kehrt zurück zum Namen Universität Leipzig, veranlasst die Wiedererrichtung und Neugründung von 14 Fakultäten und mehr als 150 Instituten und schreibt alle Professorenstellen neu aus.
2002: Die im Zweiten Weltkrieg beschädigte Universitätsbibliothek Bibliotheca Albertina wird nach der Sanierung wiedereröffnet (siehe Video).
2003: Rektor Volker Bigl und die Prorektoren treten zurück. Hintergrund ist der Streit um den geplanten Universitätsneubau und die Frage, ob die 1968 gesprengte Paulinerkirche wieder aufgebaut werden soll. 2004 entscheidet man sich für einen Entwurf, der eine Kombination aus Aula und Kirche vorsieht und dessen Äußeres an die zerstörte Kirche erinnert.