Seite drucken

LexiTV - Das MDR Wissensmagazin - Bildung für alle

 

Dieser Artikel gehört zum Thema

Tee

Infobox

Vorreiter Ostfriesland
In Deutschland entwickelten lediglich die Ostfriesen eine eigene Teekultur. Wie kam es dazu? Die niederländische Ostindienkompanie VOC brachte gegen 1610 Tee nach Europa. Durch die Nähe zu Holland verbreitete er sich im späten 18. Jahrhundert schließlich in Ostfriesland und verdrängte dort das Hauptgetränk Bier.

Wer auf ostfriesisch Tee trinkt, legt zuerst einen Kluntje, ein Stück Kandis, in die Tasse. Darauf gießt er die Ostfriesen-Teemischung aus Assam-, etwas Darjeeling- und Ceylontee. Zuletzt kommt ein wenig Sahne in den Tee, so dass sich ´n wulkje - ein Wölkchen - bildet.

Umrühren darf man nicht - der Löffel in der Tasse dient lediglich dazu, das Nachschenken zu verhindern. Besucher, die den Brauch nicht kannten, sollen schon mit enormen Teemengen traktiert worden sein! Die typischen Teezeiten: eine kurze Teepause am Vormittag, der Nachmittagstee um fünfzehn Uhr und nicht selten ein zusätzlicher Abendtee.