Konkurrenzlos gut
Es ist dauerhaft, anpassungsfähig und schön. Und es lässt sich so einfach wie energiesparend bearbeiten. Holz, das zudem gut recycelbar ist, hat ökologisch betrachtet alle Vorteile auf seiner Seite.Es war der 2. September des Jahres 1666: Ganz London stand in Flammen. Der königliche Bäcker Thomas Farynor hatte etwas Glut in seinem Ofen übersehen und verursachte damit die größte Brandkatastrophe der Londoner Stadtgeschichte. Zwei Tage und Nächte wütete der Brand. Am Ende lagen dreizehntausend Häuser in Schutt und Asche, weit über hunderttausend Menschen waren obdachlos.
Holz im Überfluss
Das Große Feuer von London war kein Einzelfall: Ständig mussten Stadtbewohner in Mittelalter und früher Neuzeit mit Bränden rechnen. Feuer gehörte zu den größten Bedrohungen der dicht besiedelten Städte. Ein Schuldiger dafür war schnell gefunden: Holz. Über Jahrhunderte war es Brennmaterial und meistgenutzter Baustoff - eine ungünstige Kombination. Aber die Vorteile wogen die Gefahren auf: Holz war im Überfluss vorhanden und ließ sich leicht bearbeiten. Es überwand große Spannweiten, was wichtig für den Deckenbau war. Zwar konnten Decken auch aus Stein gebaut werden, aber solche Gewölbekonstruktionen waren aufwändig und teuer.
Hartnäckige Vorurteile
Erst der technisch überlegene Beton verbannte den Baustoff Holz von der Decke in den Dachstuhl. Beton war billig und scheinbar auch sicherer. Denn das künstliche Gestein fängt kein Feuer. Nicht brennbar zu sein bedeutet bei einem Werkstoff aber nicht zwingend, dass er im Brandfall seine Tragfähigkeit behält. Insbesondere Bauten aus Stahlbeton verlieren bei großer Hitze ihre statische Stabilität. Holz brennt, also ist es erst recht der Zerstörung ausgesetzt. Oder etwa nicht?
Im Brandfall entsteht zunächst an der Holzoberfläche eine Kohleschicht, die den Holzkern für einige Zeit schützt. (Bild: Tilo, Lizenz Creative Commons)
Tatsächlich hat Holz im Brandfall günstigere Eigenschaften als jedes andere Material: Holz ist zwar brennbar, was zunächst gegen seinen Einsatz als Baustoff spricht. Doch großflächig verbaut, fängt es nur schwer Feuer und wirkt sogar brandhemmend. Steht es dennoch in Flammen, sinkt die Stabilität von Holzgebäuden nur langsam und abschätzbar. An der Holzoberfläche entsteht durch das Feuer eine hitzeisolierende Kohleschicht. Sie wirkt wie ein Schutzmantel - der tragende Kern behält wegen der schlechten Wärmeleitung der Kohle lange Zeit seinen Zusammenhalt. Sogar eine DIN-Norm gibt es für diesen Effekt. Die Feuerwiderstandsklasse F30 - das Bauteil bleibt mindestens dreißig Minuten funktionstauglich - erreicht Holz ohne weiteres.
Ein warmer Wind
Wenn Holz aber sogar brandhemmend wirkt, wieso kam es immer wieder zu verheerenden Stadtbränden wie 1666 in London? Vor allem die Bauweise der mittelalterlichen Gebäude erleichterte dem Feuer ein Überspringen. Mit jedem neuen Stockwerk rückten die Häuser enger zusammen, da die Etagen überhängend gebaut wurden und auf Höhe des zweiten Stockwerks bereits zusammenstießen. Schuld an der Londoner Katastrophe trugen aber auch die Baumaterialien - neben Holz viel leichtentzündliches Stroh und Pech - und das Wetter: Ein warmer Wind fachte das Feuer zusätzlich an.
Unzuverlässiger Baustoff
Jahrhunderte lang galten Holzgebäude als feuergefährdet. Kein Wunder also, dass die Beliebtheit von Holz nachließ. Zusätzliche Vorurteile, wie der Glaube, Holz sei kein haltbarer Werkstoff, machten den Baustoff noch unattraktiver. Richtig ist zwar, dass Holz faulen kann, das gilt aber nur in Verbindung mit Wasser und Luft. Der beste Beweis gegen die Theorie vom unzuverlässigen Baustoff Holz sind bis zu fünfhundert Jahre alte Holzgebäude, die nichts an Stabilität eingebüßt haben. Der Einsatz großer Dachüberstände und der Bau von Steinsockeln gegen Spritzwasser schützten das Holz vor Pilzen und Fäulnis...
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Holz - ökologisch betrachtet
Brandschutz und Haltbarkeit sind für die meisten Bauherren die wichtigsten Themen bei der Entscheidung pro oder contra Holz. Gleich danach kommt der ökologische Aspekt: Während sich viele Verbraucher über die Herkunft des gerade verspeisten Schnitzels kaum noch Gedanken machen, sorgen sie sich doch um den deutschen Wald. Ohne Grund allerdings. Gegenwärtig sind dreißig Prozent Deutschlands mit Wald bedeckt. Jährlich wachsen sechzig Millionen Kubikmeter Holz nach, genutzt werden nur vierzig Millionen - der Holzvorrat nimmt stetig zu.
Ein anderer Pluspunkt: Während des Wachsens wandeln Bäume mittels Photosynthese Kohlendioxid und Wasser in Kohlenhydrate und Sauerstoff um. Der Sauerstoff wird an die Umwelt abgegeben, die Kohlenhydrate als "Nahrung" einbehalten. Verbrennt Holz, läuft dieser Vorgang umgekehrt ab. Holz kann also als neutraler Heizstoff genutzt werden - nur die Menge an Kohlendioxid wird an die Atmosphäre abgegeben, die ihr vorher entzogen wurde. Fossile Brennstoffe wie Gas und Öl produzieren dagegen beim Verbrennen einen Überschuss von Kohlendioxid.
Brandschutz und Haltbarkeit sind für die meisten Bauherren die wichtigsten Themen bei der Entscheidung pro oder contra Holz. Gleich danach kommt der ökologische Aspekt: Während sich viele Verbraucher über die Herkunft des gerade verspeisten Schnitzels kaum noch Gedanken machen, sorgen sie sich doch um den deutschen Wald. Ohne Grund allerdings. Gegenwärtig sind dreißig Prozent Deutschlands mit Wald bedeckt. Jährlich wachsen sechzig Millionen Kubikmeter Holz nach, genutzt werden nur vierzig Millionen - der Holzvorrat nimmt stetig zu.
Ein anderer Pluspunkt: Während des Wachsens wandeln Bäume mittels Photosynthese Kohlendioxid und Wasser in Kohlenhydrate und Sauerstoff um. Der Sauerstoff wird an die Umwelt abgegeben, die Kohlenhydrate als "Nahrung" einbehalten. Verbrennt Holz, läuft dieser Vorgang umgekehrt ab. Holz kann also als neutraler Heizstoff genutzt werden - nur die Menge an Kohlendioxid wird an die Atmosphäre abgegeben, die ihr vorher entzogen wurde. Fossile Brennstoffe wie Gas und Öl produzieren dagegen beim Verbrennen einen Überschuss von Kohlendioxid.



