Pionier des Fahrzeugbaus
Die erste Fahrt mit einem Motorrad entfacht in dem jungen Ingenieur August Horch Begeisterung für den Fahrzeugbau. Mit Erfindergeist und Zielstrebigkeit bringt er es zum erfolgreichen Unternehmer.August Horch (1868 bis 1951), Autobauer und Unternehmer.
Vom Schmied zum Ingenieur
Dem voran gingen entbehrungsreiche Lehr- und Wanderjahre. Wie sein Vater lernte August Horch den Beruf des Schmieds. Doch das genügte dem ehrgeizigen Handwerksgesellen nicht. Nach der Lehre absolvierte Horch von 1888 bis 1891 ein Ingenieursstudium für Maschinen- und Motorbau am Technikum im sächsischen Mittweida. Es folgten Tätigkeiten als Konstrukteur in Rostock und Leipzig.
Beim Pferderennen verliebt
Der Überlieferung nach kommt es im Jahr 1896 am Rande eines Pferderennens im Leipziger Scheibenholz zur entscheidenden Weichenstellung: Hier sieht und fährt der motorbegeisterte junge Mann eine Hildebrand & Wolfmüller, das erste in Deutschland gefertigte Motorrad, es ist technisch seiner Zeit weit voraus. Horch vergisst über das Zweirad alles um sich herum; sogar seine Verlobte lässt er im Staub der Straße stehen.
"Von Lerngier besessen"
Trotz eines veritablen Sturzes von der Maschine beeindruckt, entscheidet er, sich künftig ausschließlich dem Fahrzeugbau zu widmen. "Ich bin von Lerngier besessen gewesen damals... Ich kam dazu, wie der Automobilbau in den Kinderschuhen steckte, als man allerhöchstens 18 Kilometer in der Stunde fuhr...", schreibt Horch in seiner 1937 erschienenen Autobiographie. Der Wunsch nach Perfektion und fortwährender Entwicklung wird zum Leitmotiv seines Lebens.
Horchs Wagen sind immer wieder bei so genannten Zuverlässigkeitsfahrten, etwa den Herkomerfahrten, erfolgreich.
Mit Gottes Hilfe
Horch ist anspruchsvoll und kritisch. Folgender Bericht über seine Bekanntschaft mit einem Benzwagen ist überliefert: "Um den Motor in Gang zu setzen, musste ein Schwungrad gedreht werden, von Ankurbeln konnte in jenen Tagen noch keine Rede sein. Man drehte eben jenes Schwungrad so lange, bis die Zündung erfolgte, und diese Arbeit war mitunter ebenso aufregend wie anstrengend.
Erfolgte nämlich keine Zündung, musste man nach vorne an den Wagen sausen und dort den Gemischverstellhebel drehen. Hatte man aber gleich Glück, und der Motor zündete, musste man ebenfalls sofort nach vorne stürzen und den Drosselklappenhebel regulieren, bis der Motor zum richtigen Laufen kam. Dann erst konnte die Fahrt mit Gottes Hilfe beginnen..."
Sprung in die Selbstständigkeit
Der junge Mann hat Ideen und schlägt Verbesserungen vor. Bald stößt er bei Benz an seine Grenzen und macht sich 1899 selbstständig. Er gründet gemeinsam mit dem Tuchhändler Salli Herz und mit einem Startkapital von dreitausend Reichsmark in Köln-Ehrenfeld die Firma A. Horch & Cie. Sein erstes Patent auf ein Teil, das die Arbeit der Zündanlage verbessert, ein so genanntes Abreißgestänge, lässt nicht lange auf sich warten. Auch die Einführung des Kardanantriebs - die Kraftübertragung vom Motor auf die Hinterachse mit einer Gelenkwelle - ist im Wesentlichen auf Horch zurückzuführen. Bis dahin wurden zu diesem Zweck Gestänge oder Ketten eingesetzt.
Die erste Kleinserie
Bald rollt der erste Horch-Wagen aus der Werkstatt. Technisch ist das Fahrzeug revolutionär, aber kaum verkäuflich, weil zu teuer. Erst mit dem fünf PS starken Phaeton gelingt Horch eine Kleinserie. Doch bei einem Preis von über viertausend Reichsmark hält sich das Käuferinteresse in Grenzen, die Firma gerät finanziell ins Schleudern. Kaufmännisches Rechnen gehört nicht zu den Stärken von August Horch...
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Fahrkomfort über Geschwindigkeit
Er war ein Exzentriker - der in Bayern geborene und in England lebende Kunstmaler Sir Hubert von Herkomer (26. März 1849 bis 31. März 1914). Sir Hubert war automobilverrückt. Sein Verdienst ist es, die Idee der Zuverlässigkeitsfahrten für Tourenwagen in Deutschland populär gemacht zu haben. Dem Sieger des nach ihm benannten Rennens stiftete Sir Hubert eine vierzig Kilo schwere Silbertrophäe und ein selbst gemaltes Ölgemälde.
Doch die kostbare Trophäe gab es erst, wenn man zweimal hintereinander gewonnen hatte! Reine Rennwagen waren bei diesen Fahrten nicht zugelassen. Die Fahrzeuge mussten über vier Sitze, zwei Bremsen, Rückwärtsgang, Motorhaube, Kotflügel, Hupe und Auspufftopf verfügen. Neben der Geschwindigkeit standen Sicherheit und Fahrkomfort im Mittelpunkt.
Bei der ersten Herkomerfahrt im Jahr 1905 fuhren 91 Wagen mit, nur ein Viertel davon hielt den Strapazen der Fahrt stand. Das erste Rennen ging über eine Strecke von 937,1 Kilometern. Die Herkomerfahrten von 1906 und 1907 gingen bei stetig steigender Teilnehmerzahl über Distanzen von 1.700 beziehungsweise 1.818,7 Kilometer.
Er war ein Exzentriker - der in Bayern geborene und in England lebende Kunstmaler Sir Hubert von Herkomer (26. März 1849 bis 31. März 1914). Sir Hubert war automobilverrückt. Sein Verdienst ist es, die Idee der Zuverlässigkeitsfahrten für Tourenwagen in Deutschland populär gemacht zu haben. Dem Sieger des nach ihm benannten Rennens stiftete Sir Hubert eine vierzig Kilo schwere Silbertrophäe und ein selbst gemaltes Ölgemälde.
Doch die kostbare Trophäe gab es erst, wenn man zweimal hintereinander gewonnen hatte! Reine Rennwagen waren bei diesen Fahrten nicht zugelassen. Die Fahrzeuge mussten über vier Sitze, zwei Bremsen, Rückwärtsgang, Motorhaube, Kotflügel, Hupe und Auspufftopf verfügen. Neben der Geschwindigkeit standen Sicherheit und Fahrkomfort im Mittelpunkt.
Bei der ersten Herkomerfahrt im Jahr 1905 fuhren 91 Wagen mit, nur ein Viertel davon hielt den Strapazen der Fahrt stand. Das erste Rennen ging über eine Strecke von 937,1 Kilometern. Die Herkomerfahrten von 1906 und 1907 gingen bei stetig steigender Teilnehmerzahl über Distanzen von 1.700 beziehungsweise 1.818,7 Kilometer.



