Zweifelhafte Zukunft
Zwar sind der Jagd auf das mächtige Tier endlich Grenzen gesetzt, doch wo das Eis verschwindet, da geht es auch dem Herrn der Arktis nicht sehr gut. Umweltgifte und Klimaerwärmung haben Folgen.Eisbärenfamilie in der Arktis: Nur jedes zweite Junge überlebt die Kindheit.
Rastloser Wanderer
Eine Tafel gibt knappe Auskunft über die rund um den Nordpol heimischen Tiere, die wir, dank Zoo, mit fast allen Sinnen erfahren dürfen. Doch warum müssen diese Bären ständig laufen? Sollen wir lernen, dass jenes Verhalten normal ist? Nein, normal ist das nicht.
Der rastlose Wanderer, ursprünglich Einzelgänger auf weiten Flächen, ist definitiv krank. Das Gehege des gewöhnlichen Zoo-Eisbären umfasst nur rund ein Millionstel der Fläche seines natürlichen Lebensraumes. Deshalb fordern Wissenschaftler und Tierschützer, die Zoohaltung einzustellen oder tiergerechte Bedingungen zu schaffen. Direktionen von Zoos reagieren und errichten weitläufigere Reviere. Schließlich gilt es einen Ruf zu wahren, obgleich das Leben des Polarbären ein Leben in Gefangenschaft bleibt.
Das Eis schmilzt
Aber auch in freier Natur ist die Zukunft des Tieres alles andere als vielversprechend. Seine Jagdgründe schmelzen ihm unter den Pfoten weg. Schuld: die Klimaerwärmung. Das Packeis, nur noch halb so dick wie vor zwei Jahrzehnten, taut zeitiger und friert später ein. Um fünf Grad höher als vor hundert Jahren liegt die Temperatur am Nordmeer, und alle zehn Jahre kommt ein weiteres Grad hinzu. Noch sitzt der Eisbär an Luftlöchern im Packeis und belauert die wegen des Fettes heiß begehrten Ringelrobben. Verschwindet das Eis, hat der weiße Koloss trotz exzellenter Schwimmkünste keine Chance. Bereits heute bleibt ihm lediglich von April bis Mitte Juli Zeit für die Jagd - Zeit, sich Fettreserven anzufressen.
Der Eisbär ist ein exzellenter Schwimmer. Zur Jagd aber braucht er das Packeis.
Diese Reserven sind nicht nur für das eigene Überleben in der eisfreien Zeit und in den Monaten des Fastens nötig. Bei zu wenig Nahrung bleibt der Nachwuchs unweigerlich aus. Bis zu acht Monate leben Eisbärenweibchen ohne zu fressen, zu trinken und zu urinieren, wenn sie sich zur Geburt der ein bis drei Jungen in Höhlen aus Schneewehen zurückziehen. Fettmangel lässt nur jeden zweiten Bären überleben, immer häufiger sind unter dem noch blinden, sechshundert Gramm schweren Nachwuchs Zwitter. Schuld daran tragen Umweltgifte, deren weitere Auswirkungen sich erst in Zukunft zeigen werden...
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Ursus maritimus
Der Eisbär oder Polarbär ist der größte an Land lebende Fleischfresser und zählt zu den anpassungsfähigsten Säugetieren. Vor einem halben Jahrhundert fast völlig ausgerottet, leben in der Arktis heute etwa 20.000 bis 25.000 Eisbären. Noch immer stuft die Internationale Union für die Bewahrung der Natur (IUCN) den Eisbär als "gefährdet" ein.
Das charakteristische weiße bis cremefarbene Fell ist in polarer Umgebung eine hervorragende Tarnung. Der Eindruck des weißen Fells kommt allein durch Lichtreflexion zustande: Das Haar, innen hohl, dient der besseren Wärmeleitung auf die schwarze Haut. Damit und mit einer zehn Zentimeter dicken Fettschicht sind die Tiere bestens an die eisige Kälte angepasst.
Ausgewachsene Männchen erreichen eine Länge von 2,5 Metern, eine Schulterhöhe von 1,5 Metern und ein Gewicht von bis zu 600 Kilo. Weibchen, leichter und kleiner, gebären alle drei Jahre ein bis drei Junge. Eisbären erreichen ein Alter von zwanzig bis dreißig Jahren. Im Vergleich zu anderen Bären haben sie einen relativ schmalen, langen Kopf mit flacher Stirn.
Als einzige Bären halten Eisbären keine Winterruhe. Im Gegenteil: Wenn in der Arktis das Packeis wächst, beginnt die eigentliche Jagdsaison. Bei der Jagd erreichen Eisbären Geschwindigkeiten von bis zu vierzig Kilometer pro Stunde. Begehrte Leckerbissen sind Robben, Fische und Seevögel.
Der Eisbär oder Polarbär ist der größte an Land lebende Fleischfresser und zählt zu den anpassungsfähigsten Säugetieren. Vor einem halben Jahrhundert fast völlig ausgerottet, leben in der Arktis heute etwa 20.000 bis 25.000 Eisbären. Noch immer stuft die Internationale Union für die Bewahrung der Natur (IUCN) den Eisbär als "gefährdet" ein.
Das charakteristische weiße bis cremefarbene Fell ist in polarer Umgebung eine hervorragende Tarnung. Der Eindruck des weißen Fells kommt allein durch Lichtreflexion zustande: Das Haar, innen hohl, dient der besseren Wärmeleitung auf die schwarze Haut. Damit und mit einer zehn Zentimeter dicken Fettschicht sind die Tiere bestens an die eisige Kälte angepasst.
Ausgewachsene Männchen erreichen eine Länge von 2,5 Metern, eine Schulterhöhe von 1,5 Metern und ein Gewicht von bis zu 600 Kilo. Weibchen, leichter und kleiner, gebären alle drei Jahre ein bis drei Junge. Eisbären erreichen ein Alter von zwanzig bis dreißig Jahren. Im Vergleich zu anderen Bären haben sie einen relativ schmalen, langen Kopf mit flacher Stirn.
Als einzige Bären halten Eisbären keine Winterruhe. Im Gegenteil: Wenn in der Arktis das Packeis wächst, beginnt die eigentliche Jagdsaison. Bei der Jagd erreichen Eisbären Geschwindigkeiten von bis zu vierzig Kilometer pro Stunde. Begehrte Leckerbissen sind Robben, Fische und Seevögel.



