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Pferd

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Geschichte der Kavallerie
Im Laufe der Neuzeit haben sich unterschiedliche Arten berittener Truppen herausgebildet: Zur schweren Kavallerie gehörten die Lanzierer (oder Ulanen), die mit Lanzen, seit der Mitte des 16. Jahrhunderts auch mit Pistolen bewaffnet, bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges in die Schlacht zogen.

Nach Jahrzehnten der Bedeutungslosigkeit setzte sich die Lanze mit der Gründung polnischer Ulanenregimenter im 18. Jahrhundert erneut als Waffe durch. Spätestens zu Beginn des Zweiten Weltkriegs allerdings, als polnische Kavalleristen mit Lanzen gegen die deutsche Wehrmacht kämpften, zeigte sich die Nutzlosigkeit dieser Waffe gegenüber moderner Kriegsführung.

Mit den Kürassieren entstand in den 1540er Jahren eine zweite schwere Kavallerieart, deren Name von dem Brust- und Rückenpanzer (Kürass) abgeleitet ist, den jeder Reiter trug.

Aus demselben Jahrhundert stammen die Dragoner, ursprünglich berittene Infanterie, die ihre Pferde zunächst nur für den Transport, nicht aber im Kampf verwendeten. Damals lautete ein Spottvers: "Dragoner sind halb Mensch, halb Vieh, aufs Pferd gesetzte Infanterie!" Erst im 18. Jahrhundert wandelten sich die Dragoner zur echten Kavallerie.

Schließlich gab es ab dem späten 16. Jahrhundert noch die Husaren, leichte Kavallerie mit Aufklärungs- und Diversionsaufgaben. Ihre Hauptmerkmale waren Tempo und Wendigkeit. Ursprünglich waren Husaren irreguläre, in Ungarn rekrutierte Reiter. Daher die an ungarische Nationaltrachten erinnernden Uniformen, mit vielen Schnüren und besonderen Mützen. Im Angriff fanden Husaren kaum Verwendung.

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Verrat und Tod
- das war das Schicksal eines Kosakenkorps, das ab 1942 auf deutscher Seite kämpfte und im Mai 1945, nach britischem Wortbruch, in sowjetische Gefangenschaft geriet. Die etwa 25.000 Kosaken, zum Teil begleitet von ihren Familien, hatten am Ende des Zweiten Weltkriegs an der Drau in Österreich vor britischen Truppen kapituliert. Trotz vorangegangener gegenteiliger Versprechungen entschied Premier Winston Churchill, das Kosakenkorps, samt Frauen, Alten und Kindern, an den Kriegsverbündeten Stalin auszuliefern.

Ungefähr achthundert deutsche Offiziere und Unteroffiziere, darunter der Befehlshaber des Kosakenkorps Generalleutnant Helmuth von Pannwitz, teilten freiwillig das Schicksal ihrer ehemaligen Untergebenen. Nur 165 von ihnen überlebten die bis zu fünfzehnjährige Haft im Gulag. Stalins Militärtribunal verurteilte von Pannwitz und viele andere Kosakenanführer zum Tode. Wie viele Kosaken und Familienangehörige überlebten, ist unbekannt.

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Völkermord zu Pferde
"Ein Mann mit einem Pferd und einer Waffe", das ist die wörtliche Übersetzung der Bezeichnung Dschandschawid - einer berittenen Miliz, die im Darfur-Konflikt (Sudan) eine wesentliche Rolle spielt. Seit ungefähr 2003 sind die meist von nomadischen Beduinen abstammenden muslimischen Reiter berüchtigt für ihre Grausamkeit gegen schwarzafrikanische Bevölkerungsgruppen.

Der Konflikt reicht bis 1916 zurück, als das unabhängige Sultanat Darfur in den Sudan eingebunden wurde. Damals eskalierte der Streit zwischen sesshaften und nomadisierenden Gruppen um Weideland und Wasser - angesichts zunehmender Wüstenbildung und langer Trockenperioden.

2003 kam es im Südsudan zur Gründung zweier Rebellenorganisationen. Im Gegenzug heuerte die Regierung ebenjene Reitermilizen an, auf deren Konto zahlreiche Gräueltaten an der Bevölkerung wie Massenhinrichtungen, Vergewaltigungen und Vertreibungen gehen. Das brutale Vorgehen der Dschandschawid führte gar zum Vorwurf der ethnischen Säuberung, bis hin zum Völkermord.

Trotz des im April 2004 vereinbarten Waffenstillstands zwischen Regierung und Rebellen halten die Auseinandersetzungen beinahe unvermindert an. Bislang geht man von etwa 400.000 Toten und rund zweieinhalb Millionen Vertriebenen aus.