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Straßenbahn
Nahverkehr

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Blaue Linie, Rote Linie
Jede Stadt, die etwas auf sich hielt, chauffierte ihre Bewohner und Besucher zur Jahrhundertwende in Straßenbahnen durch die Gegend, so sie es sich leisten konnte. Das brachte großstädtisches Flair.

Am 6. Dezember 1897 unterzeichnete die Firma Siemens & Halske AG einen Vertrag mit der Stadtverwaltung Weimar, um eine Straßenbahn und ein E-Werk zu errichten. Schon zwei Jahre später fuhr die Blaue Linie durch Weimar. 1908 kam die Rote Linie dazu. Erst ab 1930 wurden Zahlen verwendet.

Viele Jahre war die Electrische Straßenbahn Weimar Eigentum von Siemens in Berlin. 1920 aber übernahmen die Städtischen Werke Weimar die Bahnen. Trotz Wirtschaftskrise hielt die Stadt an ihrem Prestige-Objekt fest und beschaffte sogar bis 1928 zehn neue Triebwagen. Ein Jahr später dachte man aber schon über Kraftomnibusse nach.

Auf insgesamt rund sieben Kilometern Schienennetz fuhren die Bahnen vom Bahnhof im Norden vorbei an Postamt und Wielandplatz durch die Belvederer Allee zum Ausflugslokal Falkenburg. Außerdem verbanden sie den Staatsbahnhof mit dem Berkaer Bahnhof. Das Straßenbahndepot samt E-Werk steht noch heute am Kirschberg. Es ist nun Theater, Kino und Künstlerwerkstatt.

1937 ruckelte das letzte Mal eine Straßenbahn durch Weimar. Die Stadt musste einsehen, dass sie zu klein ist für ein teures Straßenbahnnetz.