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Miete

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Land der Mieter
- so könnte man Deutschland nennen. Weder im europäischen Ausland noch in Nordamerika oder Japan wohnt ein so großer Teil der Bevölkerung zur Miete. 2011 waren es rund 53 Prozent der Deutschen. Dazu passt, dass laut Bundesamt für Statistik 2005 rund 85 Prozent der hiesigen Bevölkerung in Städten lebte, wo Miethäuser dominieren.

Zugleich spiegelt die Entwicklung des Wohnungsmarktes demografische Veränderungen wie sinkende Kinderzahlen wider: 2005 lebten lediglich 28 Prozent der Bevölkerung in Haushalten mit drei oder mehr Personen, 34 Prozent in Zweipersonenhaushalten. Dagegen wohnten 38 Prozent allein.

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Heinrich Zille
Sein "Milljöh" waren die Berliner Arbeiterviertel um 1900: die Mietskasernen des Wilhelminischen Rings, der sich durch die Stadtteile Wedding, Prenzlauer Berg, Friedrichshain, Kreuzberg, Tiergarten und Charlottenburg zog. Was sich dort auf den Straßen und in den Hinterhöfen abspielte, das brachte der Zeichner und Grafiker Heinrich Zille (1858 bis 1929) zu Papier.

Die Szenen aus dem Arbeiterleben wollte zunächst kaum jemand kaufen, doch schließlich fand auch das reiche Bürgertum Gefallen an ihnen. Allerdings betrachtete es die darauf abgebildeten Milieufiguren als karnevalistische Attraktion. Man veranstaltete Maskenbälle, zu denen die Reichen als Zillegestalten verkleidet erschienen.

Den Künstler verdross es sehr, dass die bürgerliche Oberschicht seine Milieuskizzen bloß als Belustigung ansah und ihre sozialkritische Dimension geflissentlich übersah: "Es tut weh, wenn man den Ernst als Witz verkaufen muss." Die drastischste Schilderung der katastrophalen Wohn- und Lebenssituation im Milieu gibt Zille in den Hurengesprächen (1913): Darin lässt er Arbeiterfrauen von sexueller Ausbeutung und Hoffnungslosigkeit erzählen. Das Werk wurde sofort verboten. Unzensiert sind die Zeichnungen heute im Berliner Zille-Museum ausgestellt.