Immer auf Abruf
Inzwischen ist die technische Entwicklung vorangeschritten - telefoniert wird heute fast nur noch digital, Mobiltelefone bieten unzählige Zusatzfunktionen und werden dennoch immer kleiner.Auch im Museum für Kommunikation in Berlin hängt der Himmel voller Handys: das mobile Telefonieren gehört heute zum guten Ton.
Multimediales Leben
Neben dem Handy sind das schnurlose Festnetztelefon, das Faxgerät und der Computer mit Internetanschluss feste Bestandteile unseres multimedialen Lebens geworden. Die Geschwindigkeit, mit der das Telefon und seine elektronischen Kollegen die Welt der Kommunikation verändert haben, ist atemberaubend. Erst vor 130 Jahren erfand der Schotte Alexander Graham Bell das erste Telefon. 1969 nutzte das US-amerikanische Verteidigungsministerium den Vorläufer des Internets. Zehn Jahre später kamen die ersten Personalcomputer (PCs) auf den Markt. 1990 wurde Mobilfunk digital. Doch was bedeutet das eigentlich?
Zahlenkolonnen im Netz
Bei der alten Analog-Technik werden Schallwellen als elektromagnetische Schwingungen über ein Kupferkabel übertragen. Im digitalen Netz hingegen werden die Sprechsignale in Dualziffern (Bits und Bytes) umgewandelt, wodurch wesentlich mehr Daten durch die Leitungen geschickt werden können. ISDN-Kanäle können Sprachinformationen und Computerdaten jeweils separat übermitteln. Oft werden digitale Daten heute aber noch einmal umgewandelt - in Licht. Das Glasfaserkabel hat dem Kupferkabel und der Satellitenübertragung inzwischen den Rang abgelaufen. Eine Faser ist gerade doppelt so dick wie ein Haar, kann aber Zehntausende von Gespräche übertragen.
Satelliten schaffen dagegen gerade ein paar Tausend Gespräche pro Verbindung. 1960 waren sie noch das Nonplusultra der Nachrichtentechnik. 1969 wurde das weltweit erste Telefonnetz mit Satelliten in Umlaufbahnen von 36.000 Kilometern über den Bodenstationen fertig gestellt. Heute umspannen Satellitennetze, Funknetze und Festnetze aus diversen Kabelmaterialien die Welt.
Neue Perspektiven
Digitalisierung und die große Anzahl von Übertragungskanälen eröffneten neue Perspektiven der Kommunikation: Das Bildtelefon wurde Anfang der 1990er endlich Wirklichkeit. Über zwei Kanäle werden dabei Sprache und Bild vom Sender zum Empfänger und zurück geschickt. Bereits 1930 hatte der Amerikaner Herbert Eugene Ives so ein Zweiwege-Bildtelefon in New York demonstriert. Lange scheiterte die Technik aber an den herkömmlichen Fernsprechleitungen, mit denen keine Bilder übertragen werden konnten.
Zu schade, um nur damit zu telefonieren: die neueste Handygeneration lockt mit diversen Zusatzangeboten.
49 Milliarden Euro haben die Telekommunikationsanbieter im Jahr 2000 für UMTS-Lizenzen in Deutschland ausgegeben. Mit diesem Standard, der für Universal Mobile Telecommunications System steht, kann man telefonieren, Nachrichten verschicken, Musik empfangen und Videos senden. Bereits 2010 sollen damit weltweit zwei Milliarden Menschen über Fest-, Mobil- und Satellitennetze erreichbar sein. Für die mobile Datenkommunikation entwickelte die Industrie den WAP-Standard: Damit können Textformate auf den Handy-Bildschirm übertragen werden.
20.000 Tonnen
So ein Internetzugang verlangte natürlich eine neue Handygeneration mit größeren Bildschirmen und bequemeren Tastaturen. Inzwischen sind die meisten Mobilfunktelefone zusätzlich mit Kamera, Musik- und Videoplayer, einige sogar mit Navigationssystem ausgestattet. Das schützt die multifunktionalen und dabei federleichten Geräte allerdings nicht vor vorzeitiger Entsorgung: die durchschnittliche Lebensdauer eines Handys beträgt in Deutschland zwischen 18 und 24 Monate. Knapp 20.000 Tonnen Elektroschrott fallen in Europa dadurch jährlich an.
Christiane Nienhold (aktualisiert 15.06.2006)
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Mobil telefonieren kann teuer werden - laut Bundesverband der deutschen Inkasso-Unternehmen sind zwölf Prozent der 12- bis 24-jährigen verschuldet - im Durchschnitt mit rund 1.800 Euro. Handyrechnungen sind eine Ursache.
Neben Gesprächen und Textmitteilungen sind es vor allem die Extras, die Geld kosten. Denn findige Geschäftemacher haben sich mittlerweile weitaus effektivere Möglichkeiten ausgedacht, um Handybesitzern, und zwar in erster Linie Kindern und Jugendlichen, in die Taschen zu fassen: Werbe-SMS, die zum teuren Rückruf auffordern, Premium-SMS-Dienste für Klingeltöne und Logos oder Flirt- und Chaträume. Verbraucherschützer raten Eltern, ihre Kindern nur so genannte Prepaid- Handys zu kaufen.
Neben Gesprächen und Textmitteilungen sind es vor allem die Extras, die Geld kosten. Denn findige Geschäftemacher haben sich mittlerweile weitaus effektivere Möglichkeiten ausgedacht, um Handybesitzern, und zwar in erster Linie Kindern und Jugendlichen, in die Taschen zu fassen: Werbe-SMS, die zum teuren Rückruf auffordern, Premium-SMS-Dienste für Klingeltöne und Logos oder Flirt- und Chaträume. Verbraucherschützer raten Eltern, ihre Kindern nur so genannte Prepaid- Handys zu kaufen.



