Eine Vertrauensfrage
Sie ist eine etwas schwer zu durchschauende Sache. Und dabei, meinen Zyniker, sollte es auch bleiben. Denn - Hand aufs Herz - wenn wir immer wüssten, was in der Wurst so drin ist...Von welchen Körperteilen kommt das Fleisch für die Wurst? Eine gute Frage. (Bild: www.aboutpixel.de/Rainer Sturm)
Von der Rohmasse zum Brät
Die Rangliste der Lieblingswürste der Deutschen führen die Brühwürste an - mit 7,5 Kilogramm pro Kopf im Jahr 2006. Grund genug die Herstellung dieser Wurstart einmal genauer zu betrachten. Die Rohmasse der Brühwürste besteht aus frischem, rohem Fleisch und Speck. Ein Fleischwolf zerkleinert zuerst einige Minuten lang die abgewogenen Fleisch- und Speckabschnitte. Die entstandene Masse - das so genannte Brät - kommt anschließend in den Kutter: eine spezielle Schneidewanne mit rotierenden Messern, die die Zutaten noch feiner zerkleinert und miteinander vermischt.
Kutter bei der Arbeit: Schnell rotierende Messer zerkleinern alle Zutaten zu einer undefinierbaren Masse.
Zum Brät im Kutter kommen Gewürze, fein gestoßenes Eis, Salz, Nitritpökelsalz und Kutterhilfsmittel wie Phosphate oder Natrium- und Kalium-Salze. Diese Mittel beeinflussen das Wasserbindevermögen der Masse und somit ihre Konsistenz. Die Zugabe von Eis dient der Kühlung und verhindert, dass das Eiweiß gerinnt. Die fertige Wurstmasse verlässt den Kutter als ein mehr oder weniger flüssiges Etwas, dessen Bestandteile sich nicht mehr definieren lassen. In Naturdärme abgefüllt, wird die Masse je nach Wurstsorte noch heiß geräuchert und anschließend bei etwa siebzig Grad Celsius gebrüht.
Ungewisser Wurstgenuss
Große Wurstfabrikanten produzieren Wurst heute maschinell und in Mengen. Jeder Anbieter verspricht die leckerste Wurst, hergestellt aus besten Zutaten. Doch die Angaben auf den Verpackungen scheinen mehr zu verbergen als sie preisgeben. Genaue Auskünfte über Herkunft und Zusammensetzung der Zutaten sucht der Verbraucher vergebens. Welche Fleischsorten sind in der Wurst enthalten? Von welchem Körperteil des Tieres kommt das Fleisch? Wie hoch ist der Anteil an Fett und Bindegewebe? Und welche weiteren Zutaten sind in welchen Mengen in der Wurst?
Trotz Konkurrenz von Hamburger und Co. hat die Currywurst unzählige treue Fans: Um die achthundert Millionen Portionen werden in Deutschland jährlich verspeist. (Bild: www.aboutpixel.de/maçka)
Die Antworten auf diese Fragen kennt allein der Hersteller. Und er muss sie von Gesetzes wegen auch nicht preisgeben - Betriebsgeheimnis nennt man das. Ein Schelm, wer dabei Böses denkt. Doch eines ist klar: Was wirklich in der Wurst drin ist, lässt sich am fertigen Produkt nicht ablesen. Chemische Zusätze, minderwertiges Fleisch oder gar Gammelfleisch lassen sich nur durch aufwändige Tests nachweisen.
Vertrauen oder Ignorieren?
Wer also die Currywurst an der Imbissbude oder die Salami vom Metzger gegenüber genießen will, braucht vor allem eines: Vertrauen, dass die Wurst wirklich aus frischen, einwandfreien und unbedenklichen Zutaten hergestellt wurde und den Qualitätsanforderungen entspricht. Oder er hüllt sich in Ignoranz - getreu der Empfehlung Otto von Bismarcks: "Je weniger die Leute wissen, wie Würste und Gesetze gemacht werden, desto besser schlafen sie!"
Sandy Heyjer (aktualisiert 18.11.2009)
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Die Welt der Würste
Es gibt drei Kategorien von Würsten: Brühwürste, Kochwürste und Rohwürste. Die größte Gruppe sind die Brühwürste mit etwa 800 Sorten. Brühwürste bestehen meistens aus Schweine-, Rind- oder Kalbfleisch und Speck. Das sehr feine Brät wird nach dem Abfüllen in Därme gefüllt und gebrüht, teilweise vorher auch geräuchert. Brat-, Weiß- und Fleischwürste, darunter die Wiener Würste, Mortadella und Lyoner, sind Brühwürste.
Von der Kochwurst gibt es etwa 350 Sorten. Zu ihren Zutaten gehören gebrühtes oder gekochtes Schweine-, Rind- oder Kalbfleisch sowie Innereien, Schwarten, Speck und Blut. Typische Kochwürste sind Leber- und Blutwürste sowie Sülzwurstprodukte. Sie halten sich im Unterschied zu anderen Wurstsorten nur für relativ kurze Zeit.
Am längsten haltbar sind Rohwürste, von denen es über 500 Sorten gibt. Hergestellt werden sie aus rohem, zerkleinertem Muskelfleisch vom Rind, Schwein oder Lamm sowie aus Speck und werden durch langes Trocknen oder Räuchern konserviert. Zu den Rohwürsten gehören unter anderem Teewurst, Mettwurst und die Salami.
Es gibt drei Kategorien von Würsten: Brühwürste, Kochwürste und Rohwürste. Die größte Gruppe sind die Brühwürste mit etwa 800 Sorten. Brühwürste bestehen meistens aus Schweine-, Rind- oder Kalbfleisch und Speck. Das sehr feine Brät wird nach dem Abfüllen in Därme gefüllt und gebrüht, teilweise vorher auch geräuchert. Brat-, Weiß- und Fleischwürste, darunter die Wiener Würste, Mortadella und Lyoner, sind Brühwürste.
Von der Kochwurst gibt es etwa 350 Sorten. Zu ihren Zutaten gehören gebrühtes oder gekochtes Schweine-, Rind- oder Kalbfleisch sowie Innereien, Schwarten, Speck und Blut. Typische Kochwürste sind Leber- und Blutwürste sowie Sülzwurstprodukte. Sie halten sich im Unterschied zu anderen Wurstsorten nur für relativ kurze Zeit.
Am längsten haltbar sind Rohwürste, von denen es über 500 Sorten gibt. Hergestellt werden sie aus rohem, zerkleinertem Muskelfleisch vom Rind, Schwein oder Lamm sowie aus Speck und werden durch langes Trocknen oder Räuchern konserviert. Zu den Rohwürsten gehören unter anderem Teewurst, Mettwurst und die Salami.
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Wurst-Geschichte
Die Wurst ist eines der ältesten Nahrungsmittel. Bereits vor siebentausend Jahren verewigten Ägypter, Chinesen und Syrer sie in Malereien und Zeichnungen. Im 8. Jahrhundert v. Chr. wurde gebratene Wurst in der Odyssee erwähnt: Homers Griechen trugen regelrechte Wettkämpfe um mit Fett und Blut gefüllte Ziegenmägen aus. Der glückliche Sieger durfte sich dann "die beste der gebratenen Würste" aussuchen.
Auch die Römer liebten die Wurst: Sie aßen die Delikatesse gern als Vorspeise - ihre Spezialität waren jedoch mit Würsten gefüllte, ganze, gebratene Schweine. Im Mittelalter wurde die Wurst erstmals in Deutschland erwähnt: als lebarwurst und pratwurst. Ähnlich wie die Griechen in der Antike, veranstalteten Metzger zu jener Zeit Wurstwettkämpfe. Allerdings ging es bei diesen Wettkämpfen nicht um die Wurst als Preis, sondern darum, wer die schwerste und längste Bratwurst herstellen konnte.
Eine der frühesten Vorschriften zur Herstellung von Wurst stammt aus dem Jahr 1256: die Marktordnung von Landshut legte fest, dass Wurst ausschließlich aus gutem Schweinefleisch zu bestehen habe. Berühmte deutsche Wurstliebhaber vergangener Zeiten waren Martin Luther, Friedrich der Große und Johann Wolfgang von Goethe.
Die Wurst ist eines der ältesten Nahrungsmittel. Bereits vor siebentausend Jahren verewigten Ägypter, Chinesen und Syrer sie in Malereien und Zeichnungen. Im 8. Jahrhundert v. Chr. wurde gebratene Wurst in der Odyssee erwähnt: Homers Griechen trugen regelrechte Wettkämpfe um mit Fett und Blut gefüllte Ziegenmägen aus. Der glückliche Sieger durfte sich dann "die beste der gebratenen Würste" aussuchen.
Auch die Römer liebten die Wurst: Sie aßen die Delikatesse gern als Vorspeise - ihre Spezialität waren jedoch mit Würsten gefüllte, ganze, gebratene Schweine. Im Mittelalter wurde die Wurst erstmals in Deutschland erwähnt: als lebarwurst und pratwurst. Ähnlich wie die Griechen in der Antike, veranstalteten Metzger zu jener Zeit Wurstwettkämpfe. Allerdings ging es bei diesen Wettkämpfen nicht um die Wurst als Preis, sondern darum, wer die schwerste und längste Bratwurst herstellen konnte.
Eine der frühesten Vorschriften zur Herstellung von Wurst stammt aus dem Jahr 1256: die Marktordnung von Landshut legte fest, dass Wurst ausschließlich aus gutem Schweinefleisch zu bestehen habe. Berühmte deutsche Wurstliebhaber vergangener Zeiten waren Martin Luther, Friedrich der Große und Johann Wolfgang von Goethe.



